Wirtschafts- und Sozialkunde
Klasse 11
Wirtschaft

Von Soll nach Haben: Buchungssätze meistern

Arbeitsblatt für das Berufliche Gymnasium, Fachrichtung Wirtschaft, Jahrgang 11: Bildung von Buchungssätzen auf Bestands- und Erfolgskonten. Zehn Geschäftsvorfälle eines Handelsbetriebs, dazu eine Aufgabe zum Abschluss über GuV und Schlussbilanzkonto.

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6 Aufgaben
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Inhalte des Arbeitsblatts

Übersicht aller Aufgaben und Lesetexte aus diesem Materialpaket.

Infoblatt / Fachtext

1. Einführung: Was ist ein Buchungssatz?

In der Buchführung ist es entscheidend, jeden Geschäftsvorfall – also jedes Ereignis, das das Vermögen oder die Schulden eines Unternehmens verändert – systematisch und fehlerfrei zu erfassen. Genau hierfür dient der **Buchungssatz**. Er ist die standardisierte Anweisung, wie ein Geschäftsvorfall auf den entsprechenden Konten verbucht werden soll. Das Beherrschen der Buchungssätze ist die Grundlage für eine ordnungsgemäße Buchführung und damit für die Erstellung von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung (GuV).

2. Das Grundprinzip: Soll an Haben

Jeder Buchungssatz folgt einem eisernen Prinzip: **Soll an Haben**. Das bedeutet, es wird immer mindestens ein Konto im Soll (linke Seite) und mindestens ein Konto im Haben (rechte Seite) angesprochen. Dabei muss die Summe der Beträge auf der Soll-Seite immer exakt der Summe der Beträge auf der Haben-Seite entsprechen. Dies ist das Kernprinzip der doppelten Buchführung, das sicherstellt, dass die Bilanz immer ausgeglichen ist.

3. Die vier Arten von Konten

Um zu wissen, ob ein Konto im Soll oder im Haben gebucht wird, muss man seinen Typ kennen. Man unterscheidet zwischen Bestands- und Erfolgskonten. | Kontenart | Kontentyp | Beispiele | Zunahme im... | Abnahme im... | |---|---|---|---|---| | **Bestandskonten** | Aktivkonten | Kasse, Bank, Fuhrpark, Forderungen | **Soll** | Haben | | **Bestandskonten** | Passivkonten | Eigenkapital, Darlehen, Verbindlichkeiten | Haben | **Soll** | | **Erfolgskonten** | Aufwandskonten | Miete, Löhne, Wareneinkauf, Werbung | **Soll** | Haben | | **Erfolgskonten** | Ertragskonten | Umsatzerlöse, Zinserträge, Mieteinnahmen | Haben | **Soll** |

4. Der Aufbau eines Buchungssatzes

Ein einfacher Buchungssatz besteht immer aus vier Teilen: 1. Dem Konto, das im **Soll** angesprochen wird. 2. Dem Konto, das im **Haben** angesprochen wird. 3. Dem Wort **an** als Trennung. 4. Dem zu buchenden **Betrag**. **Beispiel:** Ein Unternehmen kauft Büromaterial für 200,00 € auf Ziel (d.h. auf Rechnung). * Welche Konten sind betroffen? **Büromaterial** (Aufwand) und **Verbindlichkeiten** (Schulden). * Wie verändern sie sich? Aufwand nimmt zu (Buchung im Soll), Schulden nehmen zu (Buchung im Haben). **Buchungssatz:** Büromaterial 200,00 € **an** Verbindlichkeiten a. LL 200,00 €

5. Sonderfall: Umsatzsteuer und Vorsteuer

Bei fast allen Ein- und Verkäufen spielt die Umsatzsteuer eine Rolle. Sie muss in den Buchungssätzen gesondert ausgewiesen werden. **Vorsteuer (VSt):** Dies ist die Umsatzsteuer, die ein Unternehmen **beim Einkauf** von Waren oder Dienstleistungen selbst zahlt. Sie stellt eine Forderung gegenüber dem Finanzamt dar und ist ein Aktivkonto. Sie wird daher immer im **Soll** gebucht. **Umsatzsteuer (USt):** Dies ist die Steuer, die ein Unternehmen **beim Verkauf** von seinen Kunden einnimmt. Sie stellt eine Verbindlichkeit gegenüber dem Finanzamt dar und ist ein Passivkonto. Sie wird daher immer im **Haben** gebucht. **Beispiel:** Ein Unternehmen kauft Handelswaren im Wert von 1.000,00 € zzgl. 190,00 € (19%) USt auf Ziel. * Betroffen sind die Konten **Wareneingang** (Aufwand, Zunahme im Soll), **Vorsteuer** (Forderung, Zunahme im Soll) und **Verbindlichkeiten** (Schulden, Zunahme im Haben). **Buchungssatz:** Wareneingang 1.000,00 € **und** Vorsteuer 190,00 € **an** Verbindlichkeiten a. LL 1.190,00 €

6. Das musst du wissen

* Jeder Buchungssatz lautet **'Soll an Haben'**. * Die Summe der Soll-Buchungen muss immer der Summe der Haben-Buchungen entsprechen. * Aktivkonten** und **Aufwandskonten** werden bei einer Zunahme im **Soll** gebucht. * Passivkonten** und **Ertragskonten** werden bei einer Zunahme im **Haben** gebucht. * Beim Einkauf wird **Vorsteuer** im Soll, beim Verkauf **Umsatzsteuer** im Haben gebucht.

Aufgabenstellung (6 Aufgaben)

  1. Ordnen Sie jedem Kontentyp die korrekte Regel für die Verbuchung einer Zunahme zu.
    • Aktivkonto
    • Passivkonto
    • Aufwandskonto
    • Ertragskonto
  2. Vervollständigen Sie den fundamentalen Grundsatz der doppelten Buchführung: Der Buchungssatz lautet immer „___ an ___“.
  3. Formulieren Sie den korrekten Buchungssatz für diesen Geschäftsvorfall.

    Die 'Muster-GmbH', Ihr Ausbildungsbetrieb, bezahlt die monatliche Büromiete in Höhe von 1.500,00 € per Banküberweisung.

  4. Wählen Sie den einzig korrekten Buchungssatz für diesen Verkauf aus.

    Ihr Unternehmen verkauft fertige Erzeugnisse auf Ziel für 500,00 € netto. Darauf fallen 19 % Umsatzsteuer (95,00 €) an. Der Gesamtbetrag der Forderung beläuft sich auf 595,00 €.

    • Forderungen a. LL 595,00 € an Umsatzerlöse 500,00 € und Umsatzsteuer 95,00 €
    • Kasse 595,00 € an Umsatzerlöse 500,00 € und Vorsteuer 95,00 €
    • Forderungen a. LL 595,00 € an Umsatzerlöse 595,00 €
    • Umsatzerlöse 500,00 € und Umsatzsteuer 95,00 € an Forderungen a. LL 595,00 €
  5. Beurteilen Sie, welche Konten durch diese Gutschrift korrigiert werden müssen, und formulieren Sie den dazu notwendigen Stornobuchungssatz.

    Ein Kunde reklamiert eine von Ihnen ausgelieferte Warenlieferung im Wert von 238,00 € (inkl. 19% USt, also 38,00 € USt und 200,00 € netto). Ihr Ausbildungsbetrieb entscheidet, dem Kunden den vollen Betrag gutzuschreiben und stellt eine Gutschrift aus. Der ursprüngliche Verkauf wurde auf dem Konto 'Forderungen aus Lieferungen und Leistungen' gebucht.

  6. Bringen Sie die folgenden Schritte zur Erstellung eines Buchungssatzes aus einem Beleg in die logisch korrekte Reihenfolge.
    • Geschäftsvorfall auf dem Beleg analysieren.
    • Betroffene Konten identifizieren.
    • Zunahme oder Abnahme für jedes Konto bestimmen (Soll/Haben klären).
    • Buchungssatz nach dem Schema 'Soll an Haben' formulieren.

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