Inhalte des Arbeitsblatts
Übersicht aller Aufgaben und Lesetexte aus diesem Materialpaket.
Infoblatt / Fachtext
1. Einführung: Marcelino und das verbotene Zimmer
Die Geschichte von „Marcelino“ handelt von einem kleinen Waisenjungen, der in einem Kloster bei Mönchen aufwächst. Marcelino ist ein neugieriger und lebenslustiger Junge, aber es gibt einen Ort, der ihm streng verboten ist: der alte, staubige Dachboden. Doch wie das bei Verboten oft so ist, wecken sie erst recht die Neugier. Diese Geschichte erzählt davon, wie Marcelino sein ganzes Herz zusammennimmt, um das Geheimnis des Dachbodens zu lüften.
2. Der erste Aufstieg: Angst und Flucht
An einem Nachmittag, als die Mönche ihre Siesta halten, schleicht sich Marcelino die knarrende Treppe zum Dachboden hinauf. Oben ist es dunkel und unheimlich. Überall stehen alte Möbel und Gerümpel, die von Spinnweben überzogen sind. In der hintersten Ecke entdeckt er etwas, das ihn zutiefst erschreckt: eine lebensgroße, hölzerne Figur eines Mannes an einem Kreuz. Marcelino bekommt es mit der Angst zu tun und rennt so schnell er kann wieder die Treppe hinunter.
3. Winter im Kloster: Von der Angst zum Mitgefühl
Marcelino mag den Winter überhaupt nicht. Er kann nicht mehr draußen in der Natur spielen und fühlt sich oft einsam in den kalten und stillen Gängen des Klosters. In dieser Zeit denkt er viel über den unheimlichen Mann auf dem Dachboden nach. Seine Angst verwandelt sich langsam in etwas anderes: Mitgefühl. Er stellt sich vor, wie der Mann dort oben im Dunkeln ganz allein ist, friert und Hunger hat – genau wie er sich manchmal fühlt. Ihm wird klar, dass die Figur vielleicht gar nicht furchteinflößend, sondern einfach nur einsam und verlassen ist.
4. Der zweite Besuch: Ein Akt der Freundlichkeit
Angetrieben von seinem Mitgefühl, fasst Marcelino einen neuen Plan. Er will dem Mann auf dem Dachboden helfen. Heimlich steckt er beim Abendessen ein Stück Brot ein, um es ihm zu bringen. Wieder schleicht er sich auf den Dachboden, diesmal aber nicht aus Neugier, sondern mit einer Mission. Zögerlich nähert er sich der Figur und streckt ihr das Brot entgegen. Und dann geschieht etwas Wunderbares, das seine anfängliche Angst endgültig vertreibt und eine besondere Freundschaft begründet.
Aufgabenstellung (11 Aufgaben)
- Entscheide, ob folgende Aussage richtig oder falsch ist: Marcelino durfte jederzeit auf den Dachboden gehen, weil die Mönche seine Neugier fördern wollten.
- Wähle die richtige Antwort: Was erschreckte Marcelino bei seinem ersten Besuch auf dem Dachboden am meisten?
- Die Dunkelheit und die Spinnweben.
- Ein lautes Geräusch von draußen.
- Die lebensgroße Figur eines Mannes am Kreuz.
- Die alten, staubigen Möbel.
- Erkläre mit zwei Sätzen, warum Marcelino die Winterzeit im Kloster nicht mag.
- Marcelinos anfängliche ___ vor der Figur auf dem Dachboden verwandelte sich in tiefes ___, als er sich vorstellte, wie einsam und hungrig der Mann sein musste.
- Bringe die folgenden Ereignisse aus der Geschichte in die richtige chronologische Reihenfolge.
- Marcelino schleicht sich aus Neugier auf den Dachboden.
- Marcelino bekommt Angst vor der großen Holzfigur und läuft weg.
- Während des Winters fühlt sich Marcelino einsam und denkt viel nach.
- Marcelino fasst den Plan, dem Mann auf dem Dachboden Brot zu bringen.
- Kreuze ALLE zutreffenden Gründe an, die Marcelino dazu bewogen haben, ein zweites Mal auf den Dachboden zu gehen.
- Er wollte den Mönchen einen Streich spielen.
- Er hatte Mitleid mit der Figur.
- Er wollte dem Mann helfen und ihm etwas zu essen bringen.
- Er suchte nach einem wertvollen Schatz.
- Finde in jeder Aussage den Fehler und schreibe die richtige Fassung auf die Linie.
- Marcelino steigt auf den Dachboden, als alle Mönche beim Abendessen sind.
- Weil er den Mann für reich und mächtig hält, bekommt er Mitgefühl.
- Für seinen zweiten Besuch nimmt Marcelino einen Krug Wasser mit.
- Begründe, warum Marcelinos eigene Einsamkeit im Winter eine wichtige Voraussetzung für sein Mitgefühl mit der Figur ist.
- Beurteile, ob Marcelino richtig handelt, als er das klare Verbot der Mönche bricht. Begründe deine Meinung mit einem Argument.
- Versetze dich in die Lage von Marcelino. Verfasse einen kurzen inneren Monolog (ca. 5-7 Sätze), in dem du deine Gedanken und Gefühle beschreibst, kurz bevor du zum zweiten Mal die Treppe zum Dachboden hinaufsteigst.
- Aus der Ich-Perspektive geschrieben
- Gedanken und Gefühle (Angst, Entschlossenheit, Mitgefühl) sind klar erkennbar
- Bezug zur Geschichte (Brot, Hilfe für den Mann)
- Nachvollziehbarer und zusammenhängender Text
- Das Ende der Geschichte wird als „Wunder“ bezeichnet. Erkläre, worin das eigentliche „Wunder“ für einen Jungen wie Marcelino bestehen könnte, das über das Ereignis auf dem Dachboden hinausgeht. Beziehe dich dabei auf seine Entwicklung vom neugierigen zum mitfühlenden Jungen.