Arbeitsblätter & Unterrichtsmaterial für Justizfachangestellter
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Lernfelder für Justizfachangestellter im Überblick
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Die eigene Rolle in der Behörde und im Arbeitsleben mitgestalten
Zeitrichtwert: 80 Stunden
Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, ihre Rolle innerhalb des Systems der Rechtspflege zu erfassen sowie ihre Aufgaben und Stellung im Arbeitsleben und in der Gesellschaft verantwortlich mitzugestalten. Die Schülerinnen und Schüler erkunden ausgehend von der Gewaltenteilung den Aufbau der Judikative (Zweige der Gerichtsbarkeiten, Instanzenzüge) und erkennen situationsbezogen, welcher Rechtsweg zu beschreiten ist. Die Schülerinnen und Schüler informieren sich durch Nutzung digitaler Medien über weitere Justizbehörden und nehmen die Staatsanwaltschaft als Teil der Exekutive wahr. Sie erfassen die Bedeutung ihrer eigenen Rolle im Kontext ihres beruflichen Umfelds (Personen der Rechtspflege) einschließlich der Notwendigkeit der Digitalisierung von Geschäftsprozessen. Sie dokumentieren ihre Arbeitsergebnisse und stellen diese vor. Die Schülerinnen und Schüler klären ihre Stellung als Auszubildende im dualen System der Berufsausbildung. Aus vertraglichen und gesetzlichen Grundlagen (Ausbildungsvertrag, Berufsbildungsgesetz, Ausbildungsordnung, Jugendarbeitsschutzgesetz) leiten sie ihre Rechte und Pflichten in der Ausbildung ab, einschließlich der Beendigung des Ausbildungsverhältnisses. Die Schülerinnen und Schüler analysieren die Besonderheiten eines Beschäftigungsverhältnisses im öffentlichen Dienst und bei Gericht im Hinblick auf die arbeits- und dienstrechtliche Stellung unterschiedlicher Beschäftigungsgruppen (Tarifverträge des öffentlichen Dienstes, Beamtenverhältnis) und beziehen diese Kenntnisse auf ihre eigene berufliche Entwicklung. Unter Berücksichtigung des Systems der gesetzlichen Sozialversicherung erläutern die Schülerinnen und Schüler die Bestandteile einer Gehaltsabrechnung. Sie ordnen die Bedeutung des Sozialstaates hinsichtlich seiner Stärken und Schwächen ein und leiten daraus Handlungsmöglichkeiten für die eigene und gesellschaftliche Zukunft ab (Probleme der Sozialversicherung, private Altersvorsorge). Die Schülerinnen und Schüler prüfen die Voraussetzungen für die Errichtung eines Betriebsrates und Personalrates sowie einer Jugend- und Auszubildendenvertretung. Die Mitbestimmung bei betrieblichen Entscheidungen veranschaulichen sie mit Hilfe des Betriebsverfassungsgesetzes und der Personalvertretungsgesetze. Sie setzen sich mit dem Inhalt und Geltungsbereich von Tarifverträgen (Gehaltstarif- und Manteltarifvertrag, Flächentarifvertrag) auseinander und schätzen die Bedeutung der Sozialpartner vor dem Hintergrund der Tarifautonomie ein (Ablauf Tarifverhandlungen einschließlich Arbeitskampf). Die Schülerinnen und Schüler beurteilen mit Hilfe der gesetzlichen Grundlagen die wesentlichen Bestimmungen zum Schutz der Beschäftigten (Mutterschutz, Elternzeit, Bundesurlaubsgesetz). Die Schülerinnen und Schüler reflektieren ihre Arbeitsergebnisse unter Berücksichtigung gesellschaftlicher Vielfalt.
Arbeitsblatt zu LF 1 erstellenZivilrechtliche Ansprüche im erstinstanzlichen Verfahren begleiten
Zeitrichtwert: 120 Stunden
Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, im Zivilverfahren von der Anhängigkeit des Verfahrens über die Beendigung des Verfahrens bis zur Kostenfestsetzung mitzuwirken. Die Schülerinnen und Schüler analysieren die Rechtmäßigkeit zivilrechtlicher Ansprüche (Rechts- und Geschäftsfähigkeit, vertragliche und gesetzliche Anspruchsgrundlagen, Verjährung, Leistungsstörungen) hinsichtlich deren Bedeutung und Eignung für ein Klageverfahren in der ersten Instanz. Sie ermitteln die dafür notwendigen Prozessvoraussetzungen (Zuständigkeiten im Klageverfahren, Partei- und Prozessfähigkeit, Postulationsfähigkeit). Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über den Verfahrensablauf des Mahnverfahrens und des Klageverfahrens (Anhängigkeit und Rechtshängigkeit, Klagearten, früher erster Termin, schriftliches Vorverfahren, schriftliches Verfahren, Beweisverfahren) und stellen diese und ihre damit verbundenen Arbeitsprozesse mit Hilfe digitaler Medien dar. Die Schülerinnen und Schüler wählen für die Darstellung der Verfahrensabläufe eine Präsentationsform. Sie nutzen hierfür digitale Medien und berücksichtigen dabei die Rahmenbedingungen und Präsentationsregeln sowie die Vorschriften zum Urheberrecht. Sie interpretieren und bewerten die von ihnen recherchierten Quellen. Zur Reflexion und Bewertung von Präsentationen erstellen sie einen Kriterienkatalog. Die Schülerinnen und Schüler berechnen den Gerichtskostenvorschuss. Sie wenden die Grundvoraussetzungen der Prozesskostenhilfe auf den Einzelfall an. Die Schülerinnen und Schüler berechnen die für den Ablauf des Zivilverfahrens notwendigen Fristen und veranlassen die Ladungen und Zustellungen (Fristen- und Zustellungsarten, Wiedereinsetzung in den vorigen Stand). Die Schülerinnen und Schüler beurteilen die verschiedenen Möglichkeiten der Beendigung des Zivilprozesses (Urteil, Vergleich, Klagerücknahme, Erledigung in der Hauptsache) und analysieren dabei die Besonderheiten des Säumnisverfahrens. Die Schülerinnen und Schüler reflektieren den Ablauf ihrer Arbeitsprozesse bei ihrer Mitwirkung in Zivilverfahren im Hinblick auf Effektivität und Effizienz sowie ihre Arbeitsergebnisse unter Berücksichtigung gesellschaftlicher Vielfalt. Sie bewerten ihre Präsentationen mit Hilfe des erstellten Kriterienkatalogs und nehmen konstruktives Feedback an.
Arbeitsblatt zu LF 2 erstellenStraf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren organisieren
Zeitrichtwert: 80 Stunden
Die Schülerinnen und Schüler besitzen die Kompetenz, Arbeitsabläufe in Ordnungswidrigkeiten- und Strafverfahren bei Gerichten und Staatsanwaltschaften zu planen und umzusetzen. Die Schülerinnen und Schüler analysieren Sachverhalte, indem sie den Deliktsaufbau (Tatbestand, Rechtswidrigkeit, Schuld) erschließen und den Unrechtsgehalt der verschiedenen Straftatbestände beschreiben. Sie erkunden Rechtsquellen des materiellen Strafrechts, auch unter Nutzung digitaler Medien, und grenzen zur Orientierung die Systematik der Einteilung verschiedener Deliktsarten (Ordnungswidrigkeiten, Vergehen, Verbrechen) voneinander ab. Sie entwickeln Suchstrategien für Rechtsquellen und bereiten ihre Rechercheergebnisse strukturiert auf. Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über den Ablauf des Strafverfahrens (Zuständigkeiten und Besetzung, Verfahrensbeteiligte, Haftprüfung, Fristen, Kosten, Entschädigungs- und Vergütungsansprüche, Rechtsfolgen) und unterscheiden dieses von Strafbefehls-, Jugendstraf- sowie Ordnungswidrigkeitenverfahren. Sie ordnen den unterschiedlichen Sachverhalten die verschiedenen Einleitungs- und Beendigungsmöglichkeiten der Verfahren zu. Die Schülerinnen und Schüler planen ihre Aufgaben in den jeweiligen Verfahrensabschnitten des Ermittlungs-, Zwischen-, Haupt- und Vollstreckungsverfahrens. Die Schülerinnen und Schüler differenzieren Hauptvon Nebenstrafen, einschließlich Bewährungsauflagen, sowie die Maßnahmen der Besserung und Sicherung und kontrollieren die fristgerechte Eingabe von zulässigen Rechtsmitteln. Die Schülerinnen und Schüler würdigen den Stellenwert der Strafrechtspflege im Hinblick auf die Wahrung der Rechtsstaatlichkeit und unter Berücksichtigung des Wandels gesellschaftlicher Wertvorstellungen. Ferner reflektieren sie strafrechtliche Fragestellungen im internationalen Vergleich sowie strafrechtliche Fehlvorstellungen in der Gesellschaft unter Zuhilfenahme digitaler Medien. Sie überprüfen dabei stets die Validität der Informationen.
Arbeitsblatt zu LF 3 erstellenZivilrechtliche Verfahren in der Rechtsmittelinstanz begleiten
Zeitrichtwert: 40 Stunden
Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, Rechtsbehelfe und Rechtsmittel im Zivilprozess abzugrenzen, situationsbezogen einzuordnen und im Rechtsmittelverfahren mitzuwirken. Die Schülerinnen und Schüler erkunden die gesetzlichen Möglichkeiten zur Anfechtung gerichtlicher Entscheidungen. Sie informieren sich über Rechtsbehelfe und Rechtsmittel (Widerspruch, Einspruch, Erinnerung, Berufung, Revision, sofortige Beschwerde) zur ordnungsgemäßen Fortführung von zivilrechtlichen Verfahren. Sie erschließen die gesetzlichen Voraussetzungen zur Anwendung der Rechtsbehelfe und Rechtsmittel (Zulässigkeit, Zuständigkeit, Frist, Form) und berücksichtigen dabei die Besonderheit der Anschlussberufung. Die Schülerinnen und Schüler wählen fallbezogen zulässige Rechtsbehelfe und Rechtsmittel aus. Bei Rückfragen erklären sie dem ratsuchenden Publikum den jeweiligen Rechtsbehelf und das jeweilige Rechtsmittel. Sie planen bei Eingang von Berufungs- und Revisionsschriften die weiteren Bearbeitungsschritte einschließlich der Weiterleitung an zuständige Stellen. Sie stellen ihre Ergebnisse mit Hilfe digitaler Medien dar und setzen sich mit den damit verbundenen Vorschriften zum Datenschutz sowie der Datensicherheit auseinander. Die Schülerinnen und Schüler berechnen und kontrollieren die Fristen im jeweiligen Rechtsmittel- und Rechtsbehelfsverfahren. Sie verdeutlichen, dass die Einholung eines Notfristzeugnisses die Voraussetzung für die Erteilung einer Rechtskraftbescheinigung ist. Die Schülerinnen und Schüler würdigen die Überprüfbarkeit gerichtlicher Entscheidungen als Ausdruck des Rechtsstaatsprinzips und beurteilen dabei gesetzliche Grenzen (Beschwer, Nichtzulassungsbeschwerde, Zurückweisungsbeschluss).
Arbeitsblatt zu LF 4 erstellenVorgänge der Zwangsvollstreckung in das bewegliche Vermögen organisieren
Zeitrichtwert: 80 Stunden
Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, Maßnahmen zur Zwangsvollstreckung in das bewegliche Vermögen vorzubereiten, diese zu begleiten und zu überwachen. Die Schülerinnen und Schüler analysieren die Arten der Zwangsvollstreckung (Zwangsvollstreckung wegen Geldforderungen, Zwangsvollstreckung wegen anderer Ansprüche) und ermitteln die Grundlagen der Zwangsvollstreckung (Organe, Titel, Klausel, Zustellung, vorläufige Vollstreckbarkeit von Urteilen, Sicherheitsleistung, Rechtskraft von Urteilen und Sicherungsvollstreckung) unter Berücksichtigung der verfahrensrechtlichen Vorschriften. Die Schülerinnen und Schüler informieren sich kollaborativ über die verschiedenen Möglichkeiten der Zwangsvollstreckung wegen Geldforderungen (Zwangsvollstreckung in körperliche Sachen, in Forderungen und andere Vermögensrechte, Vorpfändung) und erschließen das Verfahren zur Abnahme der Vermögensauskunft sowie aller rechtlichen Konsequenzen. Davon grenzen sie die Zwangsvollstreckung wegen anderer Ansprüche als Geldforderungen ab. Sie differenzieren zwischen den verschiedenen Möglichkeiten eines Vollstreckungsschutzes (Pfändungsschutzkonto, Räumungsschutzantrag). Die Schülerinnen und Schüler arbeiten kooperativ im Team auch unter Nutzung digitaler Medien. Sie vertreten gegenüber anderen überzeugend ihre Meinung, entwickeln ihre Kommunikationsfähigkeit (verbale und nonverbale Kommunikationstechniken) und ihr Selbstbewusstsein (Selbstwirksamkeit, realistisches Selbstbild). Sie recherchieren unterschiedliche Kommunikationsmodelle situations- und adressatengerecht. Die Schülerinnen und Schüler erfassen die Wünsche, Emotionen und Interessen des ratsuchenden Publikums durch aktives Zuhören und gezielte Fragestellungen. Sie entwickeln Strategien im Umgang mit dem Publikum in schwierigen Lebenssituationen, indem sie transparent und lösungsorientiert verschiedene Möglichkeiten der Zwangsvollstreckung kommunizieren. Die Schülerinnen und Schüler überwachen den Verfahrensablauf der Zwangsvollstreckung unter Beachtung der Fristen und Zustellungen. Sie kontrollieren die Rechtsmittel und Rechtsbehelfe der Zwangsvollstreckung gegen Maßnahmen und Entscheidungen der verschiedenen Vollstreckungsverfahren (Erinnerung, sofortige Beschwerde, Vollstreckungsabwehrklage, Drittwiderspruchsklage). Die Schülerinnen und Schüler reflektieren die Effizienz der gewählten Zwangsvollstreckungsmaßnahmen und ihr Verhalten in Gesprächssituationen selbstkritisch. Sie beurteilen die unterschiedlichen Interessen der Beteiligten, indem sie verschiedene Lösungsansätze abwägen.
Arbeitsblatt zu LF 5 erstellenVorgänge der Zwangsvollstreckung in das unbewegliche Vermögen ausführen
Zeitrichtwert: 40 Stunden
Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, Maßnahmen zur Zwangsvollstreckung in das unbewegliche Vermögen vorzubereiten, zu begleiten und zu überwachen. Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über die verschiedenen Verfahrensabläufe der Zwangsvollstreckung in das unbewegliche Vermögen (Zuständigkeiten, Voraussetzungen, Verfahrensablauf, Zweck) und stellen diese den Beteiligten adressatengerecht dar. Sie informieren die Beteiligten auch über die möglichen Konsequenzen aus dem Verfahren. Die Schülerinnen und Schüler erschließen die Grundlagen der Zwangsvollstreckung in das unbewegliche Vermögen (Zwangssicherungshypothek, Zwangsverwaltung, Zwangsversteigerung) unter Anwendung der verfahrensrechtlichen Vorschriften. Sie unterscheiden diese von der Zwangsvollstreckung in das bewegliche Vermögen. Die Schülerinnen und Schüler planen Maßnahmen zur Durchführung der Zwangsvollstreckung. Sie veranschaulichen den Ablauf eines Versteigerungstermins einschließlich der Gebotsarten durch schriftliche und graphische Darstellungen, auch unter Verwendung digitaler Medien, und erläutern diese den Beteiligten und Bietinteressenten. Sie berücksichtigen dabei die unterschiedlichen Interessen der Beteiligten und achten auf eine respektvolle und adressatengerechte Kommunikation. Unter Beachtung der Fristen überwachen die Schülerinnen und Schüler den Verfahrensablauf der Zwangsvollstreckung. Sie prüfen die Rechtsmittel und Rechtsbehelfe gegen Maßnahmen und Entscheidungen der Zwangsvollstreckung. Die Schülerinnen und Schüler evaluieren die ausgewählten Zwangsvollstreckungsmaßnahmen. Sie reflektieren die Kommunikation mit den Beteiligten und entwickeln Strategien zur Optimierung ihrer Kommunikation.
Arbeitsblatt zu LF 6 erstellenDaten in öffentlichen Registern pflegen
Zeitrichtwert: 40 Stunden
Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, Registersachen unter Berücksichtigung verfahrens- und kostenrechtlicher Vorschriften zu begleiten. Die Schülerinnen und Schüler analysieren register- und verfahrensrechtliche Vorschriften und erschließen grundlegende Registersachen. Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über den Aufbau des Handelsregisters. Dabei differenzieren sie zwischen Personen- und Kapitalgesellschaften und vergleichen die Gesellschaftsformen anhand verschiedener Merkmale, auch unter Einbezug digitaler Medien. Sie bereiten ihre Arbeitsergebnisse kriterienorientiert auf und visualisieren diese mit digitalen Medien. Die Schülerinnen und Schüler unterscheiden die Verfahren in Registersachen und planen die Verfahrensschritte. Die Schülerinnen und Schüler präsentieren exemplarisch ein Verfahren (Eintragungs- und Löschungsverfahren), auch unter Verwendung digitaler Medien. Dabei beachten sie die Vorschriften zum Umgang mit sensiblen Daten. Die Schülerinnen und Schüler überprüfen die Anforderungen eines Gerichtskostenvorschusses und berechnen neben dem Vorschuss die Gebühren und Auslagen unter Einbeziehung der kostenrechtlichen Vorschriften. Die Schülerinnen und Schüler reflektieren die Aufgabe der öffentlichen Register, indem sie die Notwendigkeit der Rechtsklarheit für den Rechts- und Geschäftsverkehr würdigen und medial im Team, auch mit Hilfe digitaler Medien, referieren.
Arbeitsblatt zu LF 7 erstellenNachhaltiges Handeln im öffentlichen Dienst mitgestalten
Zeitrichtwert: 80 Stunden
Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, im Rahmen der Gesamtwirtschaft als Beschäftigte im öffentlichen Dienst verantwortlich das Wirtschaftsleben mitzugestalten. Die Schülerinnen und Schüler klären ihre Stellung als Beschäftigte im öffentlichen Dienst und ihre Teilhabe als mündige und verantwortungsbewusste Bürgerinnen und Bürger am Gesellschafts- und Wirtschaftsleben. Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über die Funktion des Staates als Arbeitgeber in der Gesamtwirtschaft und stellen einen Zusammenhang mit anderen volkswirtschaftlichen Akteuren her (Wirtschaftskreislauf, Wohlfahrtsindikatoren). Die Schülerinnen und Schüler erschließen die Soziale Marktwirtschaft als Ordnungsrahmen für betriebliche und staatliche Entscheidungen. Sie leiten daraus die Funktion der Rechtspflege und der dort Beschäftigten für ein rechtssicheres Wirtschaftsleben ab (Ordnungsmerkmale und Aufgaben des Staates). Sie reflektieren ihre derzeitige und zukünftige Rolle als Marktteilnehmende. Die Schülerinnen und Schüler erstellen Vorschläge für nachhaltiges Handeln im eigenen Arbeitsbereich unter Berücksichtigung wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Zielkonflikte im Hinblick auf die Auswirkung auf die Bürgerinnen und Bürger. Sie dokumentieren ihre Ergebnisse mit Hilfe digitaler Medien. Die Schülerinnen und Schüler wirken bei der Gestaltung von Arbeitsprozessen in der Behörde mit und beachten dabei eine positive Kommunikations- und Feedbackkultur. Als Beschäftigte im öffentlichen Dienst beurteilen sie das gesamtwirtschaftliche Gleichgewicht als eine Vorgabe staatlichen Handelns (Stabilitätsgesetz und qualitative Ziele). Die Schülerinnen und Schüler untersuchen die Auswirkungen der gesamtwirtschaftlichen und sozioökonomischen Entwicklungen auf ihr Arbeitsumfeld (Konjunkturzyklus, Arbeitsmarkt, Inflation, Nachhaltigkeitsziele) und prüfen vor diesem Hintergrund eigene Handlungsmöglichkeiten.
Arbeitsblatt zu LF 8 erstellenFamilienrechtliche Ansprüche im gerichtlichen Verfahren bearbeiten
Zeitrichtwert: 80 Stunden
Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, in familienrechtlichen Verfahren von der Anhängigkeit des Verfahrens über dessen Beendigung und Kostenfestsetzung bis zur Überprüfung der Rechtsmittel mitzuwirken. Die Schülerinnen und Schüler analysieren die materiellen Grundlagen (Verwandtschaft, Schwägerschaft, Eheschließung, Voraussetzungen und Rechtswirkungen der Ehescheidung, Güterstände) und die formellen Voraussetzungen (Zuständigkeiten, Scheidungsantrag, Scheidungsfolgesachen, Verbundverfahren) einer Ehescheidung. Sie erfassen das Kindschaftsrecht (Abstammungsrecht, elterliche Sorge, Vaterschaftsanerkennung, Sorgerechtserklärungen, Adoption) als wesentliches Aufgabengebiet des Familiengerichts. Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über die Vor- und Nachteile der Güterstände (gesetzlicher und vertraglicher Güterstand) und über die Besonderheiten der unterschiedlichen Verfahrensabläufe (Familiensachen, Familienstreitsachen, einstweilige Anordnungen) sowie über die Verfahrenskostenhilfe als notwendige staatliche Unterstützung berechtigter sozial schwächerer Verfahrensbeteiligter. Die Schülerinnen und Schüler planen ihren Arbeitsprozess eigenverantwortlich und dokumentieren ihre gewählte Vorgehensweise. Die Schülerinnen und Schüler berechnen die grundlegenden Kosten (Gerichtskostenvorschüsse, Zeugenentschädigungen, Vergütung für Dolmetscherinnen und Dolmetscher, Sachverständige, Übersetzerinnen und Übersetzer). Sie nutzen zur Ermittlung des Unterhalts die Düsseldorfer Tabelle und wirken bei der Verfahrenskostenhilfe mit, indem sie die Ratenzahlungen ermitteln. Die Schülerinnen und Schüler planen und gestalten ihre Arbeitsprozesse effektiv und schonend im Umgang mit eigenen physischen und psychischen Ressourcen. Die Schülerinnen und Schüler wenden die Fristberechnung in Familiensachen an. Sie stellen den Ablauf des Klauselverfahrens bei familienrechtlichen Beschlüssen medial unterstützt im Team dar. Unter Anwendung der verfahrensrechtlichen Vorschriften überprüfen die Schülerinnen und Schüler den Verfahrensablauf. Sie kontrollieren mit Hilfe der gesetzlichen Grundlagen die Einlegung des Rechtsbehelfs und des Rechtsmittels (Einstweilige Anordnung, Beschwerde und Rechtsbeschwerde). Die Schülerinnen und Schüler ziehen aus dem Erlernten Rückschlüsse für ihre eigene Lebensgestaltung und entwickeln Empathie und Toleranz für die Beteiligten in besonderen Lebenssituationen sowie Resilienz im Umgang mit konfliktbehafteten Situationen.
Arbeitsblatt zu LF 9 erstellenErbrechtliche Ansprüche im Verfahren begleiten und Nachlasssachen abwickeln
Zeitrichtwert: 80 Stunden
Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, Nachlassverfahren unter Berücksichtigung erbrechtlicher und verfahrensrechtlicher Vorschriften zu begleiten. Die Schülerinnen und Schüler analysieren die Grundlagen der gesetzlichen und gewillkürten Erbfolge und beachten die grundlegenden materiell- und verfahrensrechtlichen Vorschriften. Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über den Ablauf der verschiedenen Verfahren vor dem Nachlassgericht (Zuständigkeiten, Hinterlegung von Verfügungen von Todes wegen, Erbscheinverfahren, Erbausschlagungen, Testamentsvollstreckungen, Nachlasssicherung). Dabei erkennen sie mögliche Konfliktursachen der Beteiligten. Die Schülerinnen und Schüler nehmen Nachlasssachen als konfliktbehaftet wahr. Sie erkennen ihre eigene Rolle als Dienstleister innerhalb der Justiz. Die Schülerinnen und Schüler planen die Durchführung einer exemplarischen Hinterlegung einer Verfügung von Todes wegen. Sie verdeutlichen die Funktion des Zentralen Testamentsregisters für den Verfahrensablauf. Die Schülerinnen und Schüler führen grundlegende Kostenberechnungen für die einzelnen Erbrechts- und Nachlassverfahren unter Anwendung der entsprechenden Kostenvorschriften durch. Die Schülerinnen und Schüler schätzen die besonderen Bedürfnisse der Beteiligten in Nachlassverfahren ein und kommunizieren situationsgerecht. Sie wenden Strategien zur Lösung von Konflikten in Gesprächssituationen an und machen sich die Wirkung ihrer eigenen Persönlichkeit bewusst. Sie entwickeln ein Gespür für die emotionale Lage des Publikums und wenden Techniken zum angemessenen Umgang mit Emotionen an. Die Schülerinnen und Schüler reflektieren ihr Kommunikationsverhalten mit dem Fokus auf ihre Empathiefähigkeit, ihre Informationsklarheit, ihre Konfliktlösungsfähigkeit sowie ihre Situationsangemessenheit mit dem Ziel, die eigene Resilienz zu stärken.
Arbeitsblatt zu LF 10 erstellenBetreuungsrechtliche Angelegenheiten bearbeiten
Zeitrichtwert: 40 Stunden
Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, Betreuungssachen zu bearbeiten und sachkundig zu kommunizieren. Die Schülerinnen und Schüler erfassen die materiellen und verfahrensrechtlichen Vorschriften in Betreuungsangelegenheiten sowie deren Rechtsfolgen. Dazu informieren sie sich über die rechtlichen Voraussetzungen, die Zuständigkeiten, den Inhalt des Verfahrensablaufs und die Beendigung der Betreuung. Sie beschreiben den Beteiligten das Rechtsverhältnis der Betreuung (Aufgabenkreis, Auswahl, Rechte und Pflichten der Betreuenden, Innen- und Außenverhältnis zwischen Betreuenden und Betreuten, Einwilligungsvorbehalt, Unterbringung, ärztliche Zwangsmaßnahmen, Aufhebung und Beendigung der Betreuung). Die Schülerinnen und Schüler konkretisieren die wesentlichen rechtlichen Aspekte zu Vormundschaft und Pflegschaft und grenzen diese von der Betreuung ab. Sie nehmen die Anträge des Publikums zu Protokoll der Geschäftsstelle auf und kommunizieren mit den Betreuungsbehörden. Dabei wirken sie aktiv an einer positiven Behörden-, Kommunikations- und Fehlerkultur mit. Sie berechnen die grundlegenden Kosten (Gerichtskosten, Aufwendungsersatz und Vergütungsanspruch) im Betreuungsverfahren und dokumentieren ihre Ergebnisse für die Behörde und die Berechtigten. Die Schülerinnen und Schüler vergegenwärtigen sich die Bedeutung von Vorsorgevollmacht, Patienten- und Betreuungsverfügung und beurteilen deren Rechtsfolgen für die Betreuung. Sie ziehen Rückschlüsse für ihre eigene Lebensgestaltung. Die Schülerinnen und Schüler reflektieren den Stellenwert der rechtlichen Betreuung im Hinblick auf den Grundsatz der Erforderlichkeit und der Freiwilligkeit. Sie würdigen das Recht der Selbstbestimmung sowie die Partizipation von Menschen mit Behinderungen.
Arbeitsblatt zu LF 11 erstellenGrundbuchsachen bearbeiten
Zeitrichtwert: 40 Stunden
Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, gerichtliche Verfügungen in Grundbuchangelegenheiten zu bearbeiten und dem Publikum die Grundstruktur des Verfahrens zu erläutern. Die Schülerinnen und Schüler analysieren die unterschiedlichen Anträge des Publikums als Voraussetzung für das weitere Grundbuchverfahren. Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über den Aufbau des Grundbuchs einschließlich der Grundsätze (Antrags-, Bewilligungs- und Einigungsgrundsatz). Sie ermitteln die Zuständigkeiten und die Aufgaben bezogen auf ihren eigenen Arbeitsbereich. Die Schülerinnen und Schüler stellen das berechtigte Interesse von Antragstellerinnen und Antragstellern fest. Sie unterscheiden Lasten, Beschränkungen und Grundpfandrechte. Die Schülerinnen und Schüler erschließen die digitalen Arbeitsprozesse im Grundbuchamt. Die Schülerinnen und Schüler planen den Verfahrensverlauf vom Antragseingang bis zur Grundbucheintragung unter Berücksichtigung grundlegender Kosten. Dabei berücksichtigen sie bei der Arbeit mit digitalen Medien einen ressourcenschonenden Einsatz sowie Maßnahmen zur umfassenden persönlichen Gesunderhaltung. Die Schülerinnen und Schüler berechnen Fristen in Grundbuchsachen und bereiten Eintragungen und Löschungen in das Grundbuch vor. Die Schülerinnen und Schüler würdigen den Wert des öffentlichen Glaubens und die sich daraus ergebenden Anforderungen an die Sorgfalt und die Genauigkeit ihrer eigenen Arbeitsweise.
Arbeitsblatt zu LF 12 erstellenInsolvenzverfahren umsetzen
Zeitrichtwert: 40 Stunden
Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, ein Insolvenzverfahren vom Antrag bis zur Beendigung zu begleiten. Die Schülerinnen und Schüler erschließen die Entstehung einer Insolvenz (Unternehmensinsolvenz und Verbraucherinsolvenz) als Folge zivilrechtlicher Ansprüche und orientieren sich dabei an den Rollen der Schuldner und Gläubiger sowie an der Bedeutung von Verbindlichkeiten. Dabei machen sie sich mit der emotionalen Dimension einer Insolvenz für die betroffenen Privatpersonen, Unternehmerinnen und Unternehmern, Angestellten sowie Gläubigern und Gläubigerinnen vertraut. Sie erkennen die Bedeutung der emotionalen Distanzierung der Mitarbeitenden von den betroffenen Personen. Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über die rechtsstaatliche Bedeutsamkeit des Insolvenzrechts sowie über Grundlagen des Insolvenzverfahrens einschließlich einschlägiger Vorschriften (Zuständigkeiten, Verfahrensarten, Verfahrensablauf, Insolvenzmasse, Insolvenztabelle, Restschuldbefreiung, Stundung, Rechtsmittel). Die Schülerinnen und Schüler stellen den Ablauf der verschiedenen Insolvenzverfahren strukturiert dar und kommunizieren unter Berücksichtigung angespannter Lebenssituationen adressatengerecht. Die Schülerinnen und Schüler berechnen grundlegende Kosten im Insolvenzverfahren und dokumentieren diese gerichtsverwertbar. Die Schülerinnen und Schüler bewerten ihre Mitwirkung im Insolvenzverfahren. Sie reflektieren aus der Perspektive der Beteiligten die ökonomischen und privaten Folgen des Insolvenzverfahrens und ziehen daraus Rückschlüsse für die eigene Lebensrealität. Die Schülerinnen und Schüler überprüfen ihre Fähigkeit, sich emotional vom Schicksal der von der Insolvenz Betroffenen zu distanzieren.
Arbeitsblatt zu LF 13 erstellenHäufige Fragen zu Justizfachangestellter
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