Berufsschule & Duale Ausbildung

Arbeitsblätter & Unterrichtsmaterial für Hörakustiker

Erstellen Sie mit KI handlungsorientierte Arbeitsblätter, Infotexte und Lösungsbögen – exakt abgestimmt auf die 17 Lernfelder des KMK-Rahmenlehrplans.

Rahmenlehrplan
17 Lernfelder
Regeldauer
36 Monate
Zuständigkeit
Hw
Lehrplankonform
KMK & BIBB

Lernfelder für Hörakustiker im Überblick

Wählen Sie ein Lernfeld aus, um direkt ein passgenaues Arbeitsblatt inklusive Fachinfotext und Lösungen zu generieren.

Lernfeld 1
1. Ausbildungsjahr

Audiologische Vorgespräche führen

Zeitrichtwert: 40 Stunden

Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, einen guten Kontakt zum Patienten herzustellen, versorgungsrelevante Informationen zu erheben und zu dokumentieren. Die Schülerinnen und Schüler analysieren die Bedeutung des audiologischen Vorgesprächs für die Hörsystemversorgung und erarbeiten Kriterien, die für die Durchführung eines patientenorientierten audiologischen Vorgesprächs notwendig sind. Sie unterscheiden förderliches und hemmendes Gesprächsverhalten und ermitteln die Voraussetzungen für eine gute Gesprächsatmosphäre sowie ein vertrauensvolles Verhältnis zum Patienten (erster Eindruck, Personenwahrnehmung Transaktionsanalyse, emotionales Abholen). Um den Hörbedarf zu ermitteln, nutzen sie verschiedene Gesprächstechniken, informieren sich allgemein über menschliche Bedürfnisse und präzisieren diese in Hinblick auf ihre Patienten. Sie erfassen anpassungsrelevante otologische Vorerkrankungen und verschaffen sich einen Überblick über die Bedeutung des sozialen Umfelds des Patienten. Die Schülerinnen und Schüler planen die Durchführung des patientenorientierten audiologischen Vorgesprächs auf der Grundlage der zuvor erarbeiteten Kriterien. Dazu bestimmen sie notwendige Arbeitsmaterialien (Dokumentationsunterlagen, Setting). Die Schülerinnen und Schüler simulieren unter Einbeziehung der Ergebnisse ihrer Analyse an unterschiedlichen Fallbeispielen ein patientenorientiertes audiologisches Vorgespräch. Dabei versetzen sie sich in die verschiedenen Rollen der am audiologischen Vorgespräch Beteiligten, stellen diese dar (Hörakustiker, Patient, Familienangehörige, Pflegekraft). Sie bewerten die Ergebnisse der Simulationen. Dabei überprüfen sie die kommunikationspsychologischen Aspekte hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und überdenken die versorgungsrelevanten Gesichtspunkte. Sie beachten dabei wertschätzende Umgangsformen. Die Schülerinnen und Schüler reflektieren, ob ihr Kriterienkatalog im Hinblick auf die Ergebnisse des audiologischen Vorgesprächs geeignet ist. Darüber hinaus prüfen sie, inwiefern Vorgehen und Dokumentation verbessert werden können. Die Schülerinnen und Schüler präsentieren den von ihnen erstellten und reflektierten Kriterienkatalog. Sie geben konstruktives Feedback und beachten Rückmeldungen anderer. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln ihre Bereitschaft und Fähigkeit weiter, ihre unterschiedlichen Bedürfnisse und Befindlichkeiten respektvoll auszutauschen. Sie gehen bei Konflikten konstruktiv problemlösungsorientiert vor. Sie finden Strategien, Aufgaben konsensfähig zu lösen. Sie reflektieren ihren Beitrag zum Erfolg ihrer Arbeit im Betrieb bei einem entsprechenden Patientenkontakt. Seite

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Lernfeld 2
1. Ausbildungsjahr

Reintonaudiometrie durchführen

Zeitrichtwert: 60 Stunden

Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, reintonaudiometrische Messungen durchzuführen und zu bewerten. Die Schülerinnen und Schüler erschließen sich die unterschiedlichen Arten von tonaudiometrisch erfassbaren Hörminderungen und kategorisieren diese. Sie erkennen die typischen Auswirkungen von Hörminderungen auf das Alltagsleben der Patienten und reflektieren Konsequenzen für die psychosoziale Befindlichkeit der Betroffenen (Funktionen des Hörsinns nach Eitner, primäre und sekundäre Auswirkungen von Hörminderung, psychische Abwehrmechanismen, Eisberggleichnis, Konfliktbewältigungsmodelle). Die Schülerinnen und Schüler führen die für audiometrische Messungen notwendigen vorbereitenden Maßnahmen (Überprüfen des Messsystems, Otoskopie der Außenohren, Desinfektion) durch und beachten dabei die zum Schutz des Patienten geltenden Regeln (Messpegelkontrolle, Abstützen bei der Otoskopie). Sie entwickeln für gefahrengeneigte Tätigkeiten ein herausgehobenes Sorgfalts- und Verantwortungsgefühl. Sie ermitteln die Daten zur Erstellung von Tonaudiogrammen (Luftleitungshörschwelle, Knochenleitungshörschwelle, Unbehaglichkeitsschwelle, Schwelle des angenehmen Hörens) und dokumentieren diese (normgerechte Diagramme). Bei seitendifferentem Gehör beachten sie die Vertäubungsregeln (Nachmessen unter Vertäubung mit synchron – mitlaufendem Rauschen, prophylaktische Vertäubung mit synchron – mitlaufendem Rauschen). Die Schülerinnen und Schüler überprüfen tonaudiometrische Messergebnisse auf Plausibilität und ermitteln Fehlerquellen (Messgeschwindigkeit, Einweisung, Kalibrierung, Fühlschwellen). Für Schallleitungsschwerhörigkeiten erläutern sie dem Patienten mögliche pathologische Ursachen und entscheiden über die Notwendigkeit, weitere Tests durchzuführen oder eine Empfehlung für einen Facharztbesuch auszusprechen. Die Schülerinnen und Schüler analysieren und bewerten audiologische Befunde der Reintonaudiometrie unter Berücksichtigung der anatomischen, physiologischen und pathologischen Gegebenheiten sowie der Ergebnisse der Otoskopie und präsentieren ihre Ergebnisse unter Verwendung der Fachbegriffe in deutscher und einer fremden Sprache. Vor dem Hintergrund der außerordentlichen Bedeutung korrekt ermittelter Kenndaten des Gehörs für die nachfolgende Versorgung mit Hörsystemen entwickeln die Schülerinnen und Schüler eine ausgeprägte Fähigkeit zum sorgfältigen Messen und Dokumentieren der Ergebnisse. Seite

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Lernfeld 3
1. Ausbildungsjahr

Dreidimensionale Abbilder des äußeren Ohres herstellen

Zeitrichtwert: 40 Stunden

Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, Abbilder des äußeren Ohres von Patienten zur Herstellung von Otoplastiken zu erstellen. Die Schülerinnen und Schüler bestimmen Kriterien für dreidimensionale Abbilder des äußeren Ohres für die Fertigung von und den Patientenwünschen entsprechenden Otoplastiken (Abformgenauigkeit, Weiterverarbeitbarkeit, Patientenbelastung). Sie informieren sich über verschiedene Verfahren (Silikonabformungen für das Positiv- Negativ- Positiv- Verfahren, Abformungen für Direktfertigung, Direkt- Scans), Arbeitsabläufe und Materialien und deren Vor- und Nachteile für verschiedene Anwendungsfälle. Die Schülerinnen und Schüler planen die Durchführung der verschiedenen Abbildungsverfahren im Hinblick auf die Einrichtung des Arbeitsplatzes (Ergonomie, psychologische Wirkung auf den Patienten, Bereitstellung von Materialien und Werkzeugen). Sie bestimmen Fragestellungen für die Anamnese und das Vorgehen für die Otoskopie. Sie befragen die Patienten zu ihrer medizinischen Vorgeschichte und zu Erfahrungen mit vorhergehenden Abbildungen (Empfindlichkeiten im Außenohr, Allergien). Darüber hinaus erfragen sie Patientenwünsche zur Gestaltung der Otoplastik. Die Schülerinnen und Schüler untersuchen das Außenohr auf anatomische Eigenschaften und pathologische Veränderungen und führen eine Otoskopie durch. Dabei beachten sie die zum Schutz des Patienten geltenden Regeln (Otoskopie, Tamponieren, Abstützung). Sie entwickeln für gefahrengeneigte Tätigkeiten ein herausgehobenes Sorgfalts- und Verantwortungsgefühl. Sie vergleichen die ermittelten Informationen mit den Ergebnissen der Patientenbefragung. Auf dieser Grundlage wägen sie Handlungsalternativen ab und entscheiden sich für ein Abbildungsverfahren. Sie dokumentieren die Ergebnisse der Anamnese, der Otoskopie sowie Besonderheiten des Ablaufs und das Ergebnis der Abbildung. Die Schülerinnen und Schüler reflektieren die gewählte Vorgehensweise im Hinblick auf die Ergebnisse der Abbildung und prüfen Alternativen zum Vorgehen und zur Dokumentation. Seite

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Lernfeld 4
1. Ausbildungsjahr

Messverfahren für die hörakustische Datenbestimmung auswählen

Zeitrichtwert: 60 Stunden

Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, unterschiedliche Messsignale für die Erfassung physikalischer Daten von Hörsystemen auszuwählen, Messungen durchzuführen, zu dokumentieren und die Messergebnisse zu bewerten. Die Schülerinnen und Schüler verschaffen sich einen Überblick über hörakustische Messverfahren, Messgeräte, Messsignale, Messvorschriften und Dokumentationsmöglichkeiten, um Schallereignisse, Schallausbreitung und Hörgeräteverhalten adressatengerecht zu messen und zu dokumentieren. Sie informieren sich über die Grundsätze der Signalverarbeitung in Hörgeräten (Schallaufnahme, Signalwandlung, analoge/digitale Signalverarbeitung, Schallabgabe) und erarbeiten eine fach- und branchenspezifische Nomenklatur (lineare Verstärkung, maximale Verstärkung, Eingangsschalldruckpegel, Ausgangsschalldruckpegel, maximaler Ausgangsschalldruckpegel) zur Beschreibung der akustischen Zusammenhänge. Sie entwerfen Messabläufe, wählen Messsignale aus (Sinus, Frequenzspektrum und Modulation von Rauscharten und sprachähnlichen Signalen) und bereiten die Messgeräte vor (Aufbau, Kalibrierung, Wartung). Die Schülerinnen und Schüler messen Schallereignisse und dokumentieren die Ergebnisse. Sie beschreiben die Ergebnisse mit Fachbegriffen (Amplitude, Schwingungsdauer, Elongation, Phase, Wellenlänge, Frequenz) in deutscher und einer fremden Sprache. Sie analysieren den Einfluss räumlicher Gegebenheiten (freies Schallfeld, Diffusfeld) auf Schallereignisse (Schallausbreitungsgeschwindigkeit, Schallschnelle, Reflektionen, Dämpfung) und stellen Zusammenhänge zu Hörproblemen in schwierigen Hörsituationen her. Die Schülerinnen und Schüler messen und dokumentieren das Übertragungsverhalten von Hörsystemen und berücksichtigen dabei gültige Messnormen (statische Messungen, dynamische Messungen, Frequenzwiedergabe, Dynamikwiedergabe). Sie tauschen sich mit Berufskollegen, Lieferanten und Industrievertretern über die Ergebnisse aus. Die Schülerinnen und Schüler analysieren ihre Vorgehensweise, erkennen Fehler und Qualitätsmängel bei der Arbeitsdurchführung und modifizieren sie gegebenenfalls. Seite

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Lernfeld 5
1. Ausbildungsjahr

Service- und Instandhaltungsmaßnahmen an Hörsystemen und Hörsystemzubehör durchführen

Zeitrichtwert: 40 Stunden

Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, Hörsysteme und Hörsystemzubehör zu überprüfen, auftretende Defekte und Funktionsstörungen zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Fehlerbehebung einzuleiten. Die Schülerinnen und Schüler machen sich mit häufigen Fehlerbildern von Hörsystemen und typischen Servicearbeiten an der Otoplastik vertraut (Funktionskontrolle des Hörgerätes, Spannungsüberprüfung der Knopfzelle). Des Weiteren informieren sie sich über eine systematische Vorgehensweise zur Eingrenzung von Fehlerursachen (visuelle Kontrolle, akustische Kontrolle) bei Hörsystemen und Zubehör. Sie ermitteln empathisch die hörsystembedingten Probleme ihrer Patienten. Für eine weiterführende Fehlerdiagnose wählen sie Messgeräte zur Erfassung akustischer und elektrotechnischer Kenndaten aus (Batterietester, Multimeter, Messbox). Sie analysieren die Referenzwerte der Hersteller und führen Vergleichsmessungen durch (Pegel-, Strom- und Spannungsmessungen). Darüber hinaus informieren sie sich über aktuelle Normen zu berufsrelevanten Messungen. Die Schülerinnen und Schüler dokumentieren ihre Messergebnisse (Tabelle, Koordinatensystem) und erstellen Prüfprotokolle. Sie vergleichen ihre Messergebnisse mit den Herstellerunterlagen und beschreiben Abweichungen des Hörgeräteverhaltens. Sie entwickeln die Fähigkeit, technische Zusammenhänge adressatengerecht zu beschreiben. Die Schülerinnen und Schüler bewerten ihre Prüfergebnisse und treffen eine Entscheidung bezüglich der weiteren Vorgehensweise. Sie verfassen Fehlerbeschreibungen, formulieren Reparaturaufträge und informieren ihre Patienten bezüglich der nachfolgenden Abläufe. Sie analysieren die vom Patienten geschilderten Beanstandungen der Otoplastik (Druckgefühl, Druckstellen, Autophonie) und ordnen ihnen mögliche Ursachen zu (Passform, Okklusion). Sie planen mögliche Modifikationen der Otoplastik zur Verbesserung des Höreindrucks und des Hörkomforts des Patienten unter Berücksichtigung des akustischen Zusammenwirkens von Otoplastik und Gehörgangsrestvolumen. Auf der Grundlage einer systematischen Evaluation kontrollieren die Schülerinnen und Schüler das Arbeitsergebnis (Funktionsüberprüfung, Endkontrolle, Passgenauigkeit) und händigen das Hörsystem und Hörsystemzubehör dem Patienten aus. Sie reflektieren ihre Rolle als Ansprechpartner des Patienten einerseits und als Teil eines interdisziplinären Teams andererseits, um den Austausch und die Kommunikation mit Patienten und Kollegen zu optimieren. Seite

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Lernfeld 6
1. Ausbildungsjahr

Hörsysteme, Zubehör und Dienstleistungen anbieten und verkaufen

Zeitrichtwert: 40 Stunden

Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, Hörsysteme, Zubehör und Dienstleistungen unter Berücksichtigung der spezifischen Kommunikationsmöglichkeiten von Menschen mit Hörschädigung und der rechtlichen Rahmenbedingungen anzubieten, zu verkaufen und bei Reklamationen angemessen vorzugehen. Die Schülerinnen und Schüler verschaffen sich einen Überblick über die spezifischen Waren und Dienstleistungen eines Hörakustikbetriebes und informieren sich über die gesetzlichen Grundlagen für die Abgabe von Hilfsmitteln. Sie planen die Durchführung des Verkaufs von Hörsystemen und Zubehör (Bedarfsermittlung, bedürfnisgerechte Nutzenargumentation, Präsentation der Hilfsmittel). Die Schülerinnen und Schüler berücksichtigen den gesellschaftlichen Inklusionsgedanken, indem sie die kommunikativen Besonderheiten im Umgang mit Menschen, die hörbeeinträchtigt sind, beachten (Wahrnehmung und Kommunikation von Menschen mit Hörbeeinträchtigung, Hörtaktik, Bezugsrahmen, Funktionen des Hörens). Die Schülerinnen und Schüler bieten Hörsysteme und Zubehör unter Berücksichtigung der rechtlichen Bestimmungen (Hilfsmittelrichtlinie, Medizinproduktegesetz, Bürgerliches Gesetzbuch) an. Zur Durchführung des Verkaufes schließen sie Kaufverträge ab. Dazu wenden sie die gesetzlichen Bestimmungen zur Rechtsgültigkeit von Kaufverträgen (Vertragsschluss) und zu den Pflichten der Vertragspartner an. Als Sonderanfertiger in einem gefahrengeneigten Beruf weisen die Schülerinnen und Schüler die Patienten in den Gebrauch der Hörsysteme und des Zubehörs ein. Darüber hinaus klären sie die Patienten über Auswirkungen einer unsachgemäßen Handhabung von Hörsystemen auf. Bei Reklamationen schätzen die Schülerinnen und Schüler auch aufgrund ihrer Analyse der Gesetzeslage, rechtliche und ökonomische Handlungsspielräume ein. Sie wenden bei einem problemlösungsorientierten Umgang mit dem Kunden kommunikationspsychologische Kenntnisse (Gesprächs- und Interventionstechniken, kommunikationsförderliches Verhalten, Transaktionsanalyse, Drama-Dreieck, Ich-Zustände) an. Sie leiten die erforderlichen Servicemaßnahmen zur Behebung von Funktionsstörungen an Hörsystemen ein und versorgen die Patienten bei Bedarf mit Ersatzgeräten. Die Schülerinnen und Schüler analysieren ihre Vorgehensweise beim Anbieten und Verkaufen von Hörsystemen, Zubehör und Dienstleistungen und reflektieren dabei ihr eigenes Handeln in Bezug auf die Kommunikation mit Menschen, die hörbeeinträchtigt sind. Sie bewerten die verschiedenen rechtlichen Handlungsmöglichkeiten bei Reklamationen und übertragen ihre Erkenntnisse auf entsprechende Situationen in einem Hörakustikbetrieb. Sie reflektieren ihren Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Hörbeeinträchtigung und zum Erfolg des Betriebes. Seite

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Lernfeld 7
2. Ausbildungsjahr

Individuelle Hörprofile erstellen und Patienten beraten

Zeitrichtwert: 40 Stunden

Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, individuelle Hörprofile zu erstellen und Patienten zu beraten. Die Schülerinnen und Schüler sondieren Eckdaten für Hörprofile wie Hörbedarf, Patientenwünsche, Patientenbedürfnisse, allgemeiner Gesundheitszustand und Befindlichkeit des Patienten, audiometrische Messergebnisse und otoskopische Befunde. Die Schülerinnen und Schüler entwerfen Hörprofile und entscheiden, welche Daten für die technische Vorauswahl relevant sind und welche Erkenntnisse aus der Hörprofilbestimmung mit dem Patienten zu besprechen sind. Die Schülerinnen und Schüler werten das entwickelte Hörprofil aus und beraten Patienten sprachlich angemessen hinsichtlich der Versorgungsmöglichkeiten (technische Umsetzungsmöglichkeiten, Nutzendarstellung, Erlebnisbezug, Distanzbereiche, förderliches Gesprächsverhalten, konstruktiv – positives Formulieren, konfliktlösungsorientiertes Verhalten, Transaktionsanalyse, Vier- Seiten- Modell, Vier- Ohren- Modell, Körpersprache). Die Schülerinnen und Schüler entscheiden, welche psychologischen und kommunikativen Kenntnisse und Fertigkeiten hilfreich für einen guten Patientenkontakt und eine erfolgreiche Beratung sind und setzen diese ein. Sie beurteilen selbstkritisch ihre Einstellung und ihr Verhalten im Umgang mit Patienten, hinterfragen eigene Wertvorstellungen und entwickeln respektvolle Verhaltensweisen, insbesondere bei ihrer Arbeit mit Patienten und im Team. Seite

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Lernfeld 8
2. Ausbildungsjahr

Sprachaudiometrie und weitergehende audiologische Messungen durchführen

Zeitrichtwert: 60 Stunden

Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, sprachaudiometrische und weitergehende audiologische Messungen durchzuführen und auszuwerten. Die Schülerinnen und Schüler analysieren Messverfahren (Sprachverständlichkeitstest, Satztests) zur Bestimmung sprachaudiometrischer Kenngrößen (Sprachverständlichkeit, Unbehaglichkeitsschwelle für Sprache, Pegel des optimalen und des angenehmen Sprachverstehens) sowie Messverfahren zur Erfassung psychoakustischer Phänomene (Verdeckung Lautheitsempfindungen, Recruitment, Pegel- und Frequenzunterscheidungsvermögen) mit dem Ziel, sich durch weitergehende audiologische Messungen ein umfassendes und wirklichkeitsnahes Bild von der Hörfähigkeit des Patienten zu machen. Die Schülerinnen und Schüler wählen sprachaudiometrische Testmaterialien hinsichtlich ihres phonetischen Aufbaus und der Indikation sowie der Verdeckungsmöglichkeit mit Störgeräuschen aus. Zur Visualisierung der Messergebnisse bereiten sie entsprechende Grafiken und Diagramme vor (Sprachaudiogramme, Lautheitsfunktionen, Isophonendiagramm, Lautheitsskalierung, Tuningkurven) und tragen Messwerte ein. Im Rahmen der Auswertung erfassen die Schülerinnen und Schüler die Auswirkungen abnormer Hörvorgänge hinsichtlich der auditiven Wahrnehmung und der Kommunikationsfähigkeit (Kommunikationsformen, Hörtaktik). Sie erkennen Folgen für die psychosoziale Befindlichkeit der Patienten (Funktionen des Hörsinns nach Eitner, diesbezügliche primäre und sekundäre Auswirkungen von Hörminderung, psychische Abwehrmechanismen, Eisberggleichnis, Konfliktbewältigungsmodelle) und leiten daraus Maßnahmen für den Hörakustiker ab. Die Schülerinnen und Schüler prüfen die Korrelation zwischen den Ergebnissen der Tonaudiometrie und den Ergebnissen der Sprachaudiometrie mit dem Freiburger Sprachverständlichkeitstest (Hörverlust für Zahlwörter, Unbehaglichkeitsschwelle, Einsilberverstehen). Dabei prüfen sie die Korrelation hinsichtlich ihrer Plausibilität und möglicher Fehlerquellen. Die Schülerinnen und Schüler führen unter Beachtung der Vertäubungsregeln sprachaudiometrische Messungen bei seitendifferentem Gehör durch (Nachmessen unter Vertäubung mit synchronmitlaufendem Rauschen, prophylaktische Vertäubung mit synchronmitlaufendem Rauschen). Die Schülerinnen und Schüler simulieren Messabläufe und übertragen ihre Erkenntnisse auf ähnliche Fälle. Sie bewerten audiologische Befunde der Reinton- und Sprachaudiometrie, der psychoakustischen Tests und Ergebnisse der Otoskopie unter Berücksichtigung der anatomischen, physiologischen und pathologischen Gegebenheiten bei Patienten und stellen ihre Ergebnisse im Team dar. Seite

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Lernfeld 9
2. Ausbildungsjahr

Otoplastiken herstellen

Zeitrichtwert: 40 Stunden

Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, Otoplastiken unter Berücksichtigung der relevanten Gegebenheiten sowie der Patientenwünsche herzustellen. Die Schülerinnen und Schüler machen sich mit den Aufgaben von und Anforderungen an Otoplastiken vertraut. Sie verschaffen sich einen Überblick über Otoplastikformen und Kriterien zu deren Auswahl (Anatomische, pathologische, hörsystemtechnische Gegebenheiten, Wünsche des Patienten zu Gestaltung, Handhabung, Preis). Sie informieren sich über die Möglichkeiten der Beeinflussung der Schallübertragung durch die Otoplastik und deren prinzipielle Wirkung (Zusatzbohrung, Zapfenlänge, Schallzuführung, Einsatz von Filtern). Die Schülerinnen und Schüler vergleichen verschiedene Fertigungsverfahren (Positiv- Negativ-Positiv- Verfahren, Computer Aided Manufacturing, Direktverfahren), die für die Fertigung einsetzbaren Materialien und deren Eigenschaften sowie die sich ergebenden Anwendungsmöglichkeiten. Sie verwenden dabei Fachbegriffe in deutscher und einer fremden Sprache. Die Schülerinnen und Schüler planen Arbeitsabläufe für verschiedene Fertigungsverfahren und entwerfen dazu Arbeitsanleitungen. Sie bestimmen die erforderlichen Materialien, Maschinen und Hilfsmittel und begründen ihre Auswahl. Sie entscheiden sich aufgrund fallspezifischer Gegebenheiten für eine Grundform und ihre patientenspezifische Modifikation, ein Material und ein zugehöriges Fertigungsverfahren. Die Schülerinnen und Schüler fertigen Otoplastiken mit dem gewählten Fertigungsverfahren. Sie halten dabei Sicherheitsbestimmungen, Entsorgungs- und Recyclingvorschriften sowie die Bestimmungen des betrieblichen Qualitätsmanagements ein und entwickeln ein Bewusstsein für die mit der Fertigung verbundenen Umweltbelastungen. Die Schülerinnen und Schüler prüfen, ob die relevanten anatomischen, pathologischen, hörsystemtechnischen Gegebenheiten sowie die Patientenwünsche berücksichtigt sind. Sie untersuchen die gewählten Maßnahmen zur Beeinflussung der Schallübertragung auf ihre Wirkung und diskutieren den gesamten Herstellungsprozess unter Berücksichtigung von Alternativen und Optimierungsmöglichkeiten. Dabei entwickeln sie das erforderliche Sicherheits- und Qualitätsbewusstsein. Die Schülerinnen und Schüler übernehmen die Verantwortung für die Funktionsfähigkeit und Sauberkeit der Arbeitsplätze und erkennen die Bedeutung für die Arbeit im Team. Seite

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Lernfeld 10
2. Ausbildungsjahr

Hörsystemeigenschaften patientenspezifisch auswählen und Hörsysteme voreinstellen

Zeitrichtwert: 80 Stunden

Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, Hörsystemeigenschaften unter Berücksichtigung von Hörprofilen und technischen Möglichkeiten auszuwählen und Hörsysteme voreinzustellen. Die Schülerinnen und Schüler verschaffen sich einen Überblick über die für die Auswahl der Hörsystemeigenschaften relevanten Aspekte des Hörprofils. Sie leiten den Verstärkungsbedarf (frequenzabhängiger Verstärkungsbedarf, eingangspegelabhängiger Verstärkungsbedarf, Ermittlung des Verstärkungsbedarfs durch lineare oder nicht-lineare Anpassmethoden, maximaler Ausgangsschalldruckpegel, maximale Verstärkung, akustische Trageverstärkung) aus den Ergebnissen von ton- und sprachaudiometrischen Messungen ab. Die Schülerinnen und Schüler machen sich mit dem Einfluss der Otoskopie- Ergebnisse auf die Auswahl der Hörsystemeigenschaften vertraut. Sie ermitteln exemplarisch Versorgungsziele, Erwartungen und Erfahrungen der Patienten und stellen den Nutzen für den Patienten heraus. Die Schülerinnen und Schüler erstellen einen Katalog von Bauformen, Features, Bedienelementen und Ankopplungsoptionen sowie von Möglichkeiten zur Beeinflussung der Signalübertragung von Hörgeräten (Beeinflussung des Frequenzganges und des Dynamikverhaltens, Lösungen für besondere Hörsituationen, Beeinflussung durch die Otoplastik). Dazu verwenden sie Fachbegriffe in deutscher und einer fremden Sprache. Sie entwickeln Vorgehensweisen zur systematischen Umsetzung von Daten eines Hörprofils in Hörsystemeigenschaften. Sie schaffen Kriterien für die Auswahl der Eigenschaften und ordnen sie nach Priorität. Die Schülerinnen und Schüler stellen anhand des Verstärkungsbedarfs, der Otoskopieergebnisse, der Patientenwünsche und des erstellten Auswahlkatalogs ein Hörsystem zusammen. Die Schülerinnen und Schüler bereiten Hörsysteme für die Erprobung am Patienten vor (automatische Voreinstellung, Modifikation von Frequenzgang und Dynamikverhalten). Die Schülerinnen und Schüler vergleichen die Vorgehensweisen hinsichtlich ihrer Effektivität und vollständigen Erfassung des Hörprofils, entscheiden sich für eine Variante und begründen ihre Entscheidung. Sie reflektieren die Vorteile einer strukturierten Vorgehensweise für ihre Sicherheit im Umgang mit Patienten. Sie erkennen ihre mit der Auswahl von Hörsystemen zusammenhängende Verantwortung für die Sicherheit, Lebensqualität und Teilhabe am öffentlichen Leben ihrer Patienten. Seite

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Lernfeld 11
2. Ausbildungsjahr

Hörakustikspezifische Marketingaktionen patientenorientiert durchführen

Zeitrichtwert: 60 Stunden

Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, hörakustikspezifische Marketingkonzeptionen zu erstellen und patientenorientiert umzusetzen. Die Schülerinnen und Schüler informieren sich unter Berücksichtigung der rechtlichen Rahmenbedingungen über Arten und Möglichkeiten der Vermarktung von Hörsystemen und Zubehör. Dabei beziehen sie auch psychologische Aspekte ein. Die Schülerinnen und Schüler legen für Hörakustikbetriebe relevante Marketingziele fest. Sie planen im Team die Durchführung von Marketingaktionen für einen Hörakustikbetrieb. Bei der Erstellung eines Marketingkonzeptes berücksichtigen sie die Besonderheiten im Umgang mit Menschen, die hörbeeinträchtigt sind. Für die Umsetzung einer Marketingkonzeption erarbeiten die Schülerinnen und Schüler Gestaltungskriterien für Werbemittel und legen eine Verteilung der Aufgaben im Team fest. Sie gestalten verschiedene Werbemittel unter Berücksichtigung der rechtlichen Rahmenbedingungen (Preisangabenverordnung, Heilmittelwerbegesetz, Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb, Urheberrecht) und wirtschaftlicher Gesichtspunkte. Sie beachten Gesichtspunkte der Kommunikationspsychologie und der Inklusion bei der Produktbeschreibung und der Warenpräsentation von Hörsystemen und Zubehör (Eisberggleichnis, Zielgruppenbestimmung). Darüber hinaus wählen die Schülerinnen und Schüler geeignete Werbeträger aus und treffen weitere kommunikationspolitische Entscheidungen für den patientenorientierten Einsatz von Werbemitteln in einem Hörakustikbetrieb (Werbegebiet, Streuzeit, Werbeetat). Im Rahmen der Marketingaktion beziehen die Schülerinnen und Schüler verschiedene Serviceleistungen des Betriebes als Mittel zur Kundenbindung ein. Sie schlagen den Kunden Finanzierungsmöglichkeiten (Kreditarten) sowie hörakustikspezifische Versicherungen vor. Die Schülerinnen und Schüler präsentieren ihre Marketingkonzeption und ihre Marketingaktion und beurteilen diese hinsichtlich der erarbeiteten Gestaltungskriterien. Sie überprüfen, ob eine zielgruppenadäquate und konzeptgerechte Gestaltung der Werbemittel erreicht wurde. Die Schülerinnen und Schüler optimieren ihre Arbeitsstrategien und leiten aus der Notwendigkeit von Verlässlichkeit bei der Teamarbeit eigene Wertvorstellungen ab. Seite

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Lernfeld 12
3. Ausbildungsjahr

Patienten mit altersabhängigen und krankheitsbedingten Besonderheiten beraten

Zeitrichtwert: 40 Stunden

Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, im Rahmen der Beratung von Patienten und Angehörigen altersabhängige und krankheitsbedingte Besonderheiten zu berücksichtigen. Die Schülerinnen und Schüler machen sich mit versorgungsrelevanten Veränderungen von Menschen vertraut (morphologische und physiologische Veränderungen im Alter, Gedächtnisleistung und Lernfähigkeit im Alter, psychische Abwehrmechanismen, Demenz, krankheitsbedingte Bewegungsbeeinträchtigungen, psychomotorische Leistung, psychosoziale Situation) und erfassen Auswirkungen einer Hörschädigung bei Kindern im Hinblick auf deren psychosoziale Entwicklung sowie auf die Sprachentwicklung (Zusammenhang Hör- und Sprachentwicklung, neuronale Verknüpfungen, Entwicklungsphasen nach Erik Erikson, Auswirkungen auf die psychosoziale Entwicklung). Die Schülerinnen und Schüler planen auf der Basis ihrer Analysen Gespräche zur Beratung von Menschen mit Hörbeeinträchtigungen und zur Beratung Angehöriger. Im Beratungsgespräch erläutern und begründen sie, welche Maßnahmen im individuellen Fall erfolgversprechend sind. Bei Bedarf erläutern sie das rechtliche Umfeld von Kinderversorgungen und Rehabilitationsmöglichkeiten unter Berücksichtigung der an der Kinderversorgung beteiligten Institutionen. Sie schätzen die Bedeutung ihrer Rolle als Hörakustiker im interdisziplinären Team bezüglich der Frühförderung ab. Sie würdigen dabei die Auswirkungen von Hörstörungen bei Kindern hinsichtlich ihrer psychosozialen Dimension für die Familie beziehungsweise für die Erziehungsberechtigten. Im Bedarfsfall erklären die Schülerinnen und Schüler Patienten die grundsätzlichen Abläufe von invasiven Versorgungsmaßnahmen und stellen die Vor- und Nachteile verschiedener Verfahren gegenüber. Sie wägen für sich ab, welche psychologischen und kommunikativen Kenntnisse und Fertigkeiten im konkreten Einzelfall hilfreich für guten Patientenkontakt und eine erfolgreiche Beratung sind und nutzen diese. Seite

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Lernfeld 13
3. Ausbildungsjahr

Objektive audiometrische Messungen auswerten und bei Tinnitusversorgung mitwirken

Zeitrichtwert: 60 Stunden

Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, Ergebnisse objektiver audiologischer Messungen zu interpretieren und Patienten im Rahmen einer Tinnitus-Therapiebegleitung mit technischen Hilfsmitteln zu versorgen. Die Schülerinnen und Schüler ergründen die Messprinzipien und Einsatzbereiche objektiver audiologischer Messverfahren (Impedanzmessungen, Stapediusreflexschwellen, Otoakustische Emissionen, Elektrische Reaktions-Audiometrie) und die Grundlagen der Tinnitusversorgung. Sie führen Impedanzmessungen durch, bestimmen Stapediusreflexschwellen, interpretieren die Ergebnisse der Messungen und berücksichtigen diese zusammen mit weiteren ärztlicherseits übermittelten Messergebnissen im Rahmen der Gesamtsicht eines Versorgungsfalles. Die Schülerinnen und Schüler bestimmen Art und Grad von kompensierten und dekompensierten Tinnitussymptomen und klassifizieren subjektive Tinnitusparameter. Sie interpretieren die Befundergebnisse hinsichtlich ihrer Bedeutung für die subjektive Befindlichkeit des Patienten und unterbreiten diesem Vorschläge für das weitere Vorgehen. Im Rahmen der Mitwirkung in einem interdisziplinären Therapieteam stellen die Schülerinnen und Schüler Tinnitusgeräte ein. Sie reflektieren die Bedeutung ihrer Rolle als Hörakustiker im Rahmen der Therapiebegleitung durch ein interdisziplinäres Team (Tinnitus Retraining Therapie) und richten ihr Verhalten hinsichtlich einer größtmöglichen Hilfestellung für den Patienten aus. Seite

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Lernfeld 14
3. Ausbildungsjahr

Patienten und Kunden mit persönlichem Gehörschutz versorgen

Zeitrichtwert: 40 Stunden

Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, Patienten und Kunden über Maßnahmen zum Schutz des Ohres zu informieren und Gehörschutzotoplastiken anzupassen. Die Schülerinnen und Schüler kategorisieren die unterschiedlichen Gefahrensituationen für das Ohr (Lärm, Spritzwasser, Staub) unter Berücksichtigung der physiologischen Vorgänge im Ohr und ordnen den Gefahrensituationen mögliche individuelle Gehörschutzmaßnahmen zu. Sie informieren sich über die Auswirkungen von Lärmexpositionen (Lärmpegel, Lärmdosis, Expositionsdauer, Temporary Threshold Shift, Permanent Threshold Shift) sowie das Eindringen von Staub und Flüssigkeiten in ein Ohr mit perforiertem Trommelfell (Trommelfellperforation, Paukendrainage). Die Schülerinnen und Schüler planen die Anpassung von individuellem Gehörschutz und beraten Kunden und Patienten auf der Basis deren Angaben zu der Gefahrensituation. Sie berücksichtigen dabei eigene Schallpegelmessungen und Ist-Zustandsermittlungen vor Ort sowie die grundlegenden relevanten Vorschriften. Sie konfigurieren persönlichen Gehörschutz zum Schutz vor Lärm (Frequenzabhängigkeit, Filter), passen diesen an und führen diesbezügliche Kontrollmessungen durch. Sie fertigen für Kunden und Patienten individuelle Schutzotoplastiken zum Schutz des Ohres vor Eindringen von Flüssigkeiten oder Staub an, passen diese an und kontrollieren ihre Arbeit. Die Schülerinnen und Schüler erkennen persönliche und gesellschaftliche Folgen einer ständigen Geräusch- und Lärmexposition und machen es sich zur Aufgabe, auch außerhalb ihrer beruflichen Tätigkeit, Aufklärung zu betreiben. Seite

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Lernfeld 15
3. Ausbildungsjahr

Hörsysteme fein anpassen und Kontrollmessungen durchführen

Zeitrichtwert: 60 Stunden

Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, Hörsysteme patientengerecht einzustellen, fein anzupassen und Kontrollmessungen durchzuführen. Die Schülerinnen und Schüler machen sich mit den Arbeitsschritten zur Feineinstellung von Hörsystemen vertraut. Sie beschreiben Messmethoden für die Hörsystemanpassung (Messungen mit statischen und dynamischen Signalen, In Situ- und Messbox- Messungen) mit Fachbegriffen in deutscher und einer fremden Sprache. Sie verschaffen sich einen Überblick über psychoakustische Messungen zur Kontrolle des Hörerfolgs (vertraglich festgelegte Kontrollmessungen) sowie Methoden zur Erfassung der Patientenzufriedenheit (Frageninventar, Situationssimulation). In diesem Zusammenhang beschreiben sie das Konzept der gleitenden Anpassung. Die Schülerinnen und Schüler stellen Arbeitsabläufe für die Feineinstellung von Hörsystemen zusammen. Sie überprüfen die Ergebnisse der Voreinstellung durch Messungen und modifizieren im Rahmen der Feinanpassung das Übertragungsverhalten aufgrund von Kontrollmessungen und Patientenäußerungen. Die Schülerinnen und Schüler führen außerdem Modifikationen im Rahmen der gleitenden Anpassung aufgrund eines sich ändernden Gehörs, veränderter Hörerwartungen, und Hörgewöhnung durch. Sie kontrollieren exemplarisch, ob alle an die Anpassung gestellten Anforderungen erfüllt werden können. Die Schülerinnen und Schüler beurteilen im Zusammenwirken mit dem Patienten, ob die gewählten Modifikationen des Hörsystems zu einer Steigerung der Patientenzufriedenheit geführt haben. Sie schlagen Verbesserungen zur Vorgehensweise und den Messmethoden vor. Sie reflektieren und optimieren ihr Verhalten im Beratungs- und Anpassprozess. Seite

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Lernfeld 16
3. Ausbildungsjahr

Ergänzende auditive Kommunikationsanlagen anpassen sowie Service- und Instandhaltungsmaßnahmen durchführen

Zeitrichtwert: 40 Stunden

Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, auditive Kommunikationsanlagen bedarfsgerecht auszuwählen und einzustellen. Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über unterschiedliche Möglichkeiten der drahtlosen Signalübertragung. Sie erläutern patientengerecht die Nutzungsmöglichkeiten verschiedener Kommunikationsanlagen und stellen die Vor- und Nachteile gegenüber. Sie machen sich mit häufig auftretenden Defekten und Funktionsstörungen vertraut. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln Konzepte zur strukturierten Erstellung von Bedarfsanalysen. Sie verschaffen sich einen Überblick über die unterschiedlichen Komponenten einer Kommunikationsanlage (Sender, Empfänger) in Abhängigkeit von der jeweiligen Technologie, vom Angebot des Marktes und vom geplanten Verwendungszweck. Sie ordnen dem Patienten auf Grundlage der durchgeführten Bedarfsanalyse und unter Berücksichtigung der technischen Eigenschaften der Anlagen passende Systeme zu und begründen ihre Entscheidung. Die Schülerinnen und Schüler stellen die technische Kommunikationsfähigkeit der einzelnen Komponenten her (Pairing, galvanische Ankopplung) und passen die Übertragungseigenschaften der Kommunikationsanlage auf den Hörverlust und den situationsabhängigen Hörbedarf des Patienten an. Sie entwerfen eine Checkliste zur Überprüfung der Vollständigkeit ihrer Arbeitsabläufe. Die Schülerinnen und Schüler reduzieren und kommunizieren die fachlichen und technischen Zusammenhänge patientengerecht. Sie gestalten ein Frageninventar zur Ermittlung der Patientenzufriedenheit. Sie bewerten selbstkritisch, ob die Zielsetzung der Bedarfsanalyse erreicht wurde. Seite

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Lernfeld 17
3. Ausbildungsjahr

Hörakustikspezifische Geschäfts- und Abrechnungsprozesse durchführen

Zeitrichtwert: 40 Stunden

Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Kompetenz, hörakustikspezifische Geschäfts- und Abrechnungsprozesse unter Berücksichtigung der rechtlichen Rahmenbedingungen umzusetzen, zu dokumentieren und auszuwerten. Die Schülerinnen und Schüler analysieren das wirtschaftliche Umfeld von Hörakustikbetrieben und informieren sich über das Krankenkassensystem mit seinen verschiedenen Kostenträgern im Rahmen einer Hörsystemversorgung. Sie planen die patientenorientierte Durchführung einer Versorgung mit Hörsystemen und berücksichtigen dabei die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die betrieblichen Besonderheiten. Die Schülerinnen und Schüler informieren die Patienten der gesetzlichen Krankenkassen über die vertraglichen Regelungen einer Hörsystemversorgung (Versorgungsverträge) und beraten sie über die Leistungen der verschiedenen Kostenträger (Vertragspreise, Reparaturpauschale). Sie dokumentieren die Versorgungsabläufe unter Berücksichtigung der rechtlichen Rahmenbedingungen (Hilfsmittelrichtlinie, Medizinproduktegesetz, Sozialgesetzbuch). Dabei beachten sie insbesondere die Anforderungen des Datenschutzes. Auf Grundlage der Kostenstruktur eines Hörakustikbetriebes ermitteln sie Angebotspreise (Zuschlagskalkulation) für den Patienten und berücksichtigen die unterschiedlichen Vertragsbedingungen der Kostenträger. Für die Abrechnung mit den Kostenträgern bereiten die Schülerinnen und Schüler die erforderlichen Unterlagen vor. Den Kunden bieten die Schülerinnen und Schüler situationsgerecht verschiedene Zahlungsarten an. Sie beziehen dabei die Vorteile und Risiken von elektronischen Zahlverfahren ein (Kartenzahlungssysteme). Im betrieblichen Ablauf verfassen die Schülerinnen und Schüler eine norm- und sachgerechte Geschäftskorrespondenz (Form des Geschäftsbriefes nach Norm) und achten auf eine empfängerorientierte Ansprache (konstruktiv-positives Formulieren). Die Schülerinnen und Schüler reflektieren und beurteilen den Ablauf einer Hörsystemversorgung in Hinblick auf die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Besonderheiten bei der Abgabe von Hilfsmitteln. Sie gewinnen an Entscheidungssicherheit und verorten ihre Rolle im Rahmen des Sozialsystems. Seite

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Häufige Fragen zu Hörakustiker

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