Deutsch
Klasse 12
Wirtschaft

Argumentieren im Beruf: Die Erörterung meistern

Arbeitsblatt zur materialgestützten Erörterung: drei kurze Materialien zum Thema KI am Arbeitsplatz, Aufgaben zur Materialauswertung, Argumentationsgerüst und Formulierung einer Einleitung.

Material-Details

5 Aufgaben
Inkl. Infoblatt
Inkl. Lösungen
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Erstellt von: WorksheetAI Redaktion

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Inhalte des Arbeitsblatts

Übersicht aller Aufgaben und Lesetexte aus diesem Materialpaket.

Infoblatt / Fachtext

1. Die Erörterung: Überzeugend argumentieren

In vielen beruflichen Situationen, insbesondere im wirtschaftlichen Kontext, ist es entscheidend, den eigenen Standpunkt klar, strukturiert und überzeugend darzulegen. Die Erörterung ist eine Textform, die genau diese Fähigkeit schult. Sie dient dazu, ein Thema oder eine Problemstellung von verschiedenen Seiten zu beleuchten, Argumente abzuwägen und zu einem begründeten Urteil zu gelangen. Ob in Meetings, bei Verhandlungen oder in schriftlichen Konzepten – eine starke Argumentation ist der Schlüssel zum Erfolg.

2. Der Aufbau einer Erörterung

Eine klassische Erörterung gliedert sich in drei Teile, die logisch aufeinander aufbauen: * **Einleitung:** Sie führt zum Thema hin, weckt das Interesse des Lesers und stellt die zentrale Fragestellung oder These vor. Ziel ist es, die Relevanz des Themas aufzuzeigen. * **Hauptteil:** Hier findet die eigentliche Auseinandersetzung mit dem Thema statt. Argumente werden formuliert, durch Beispiele gestützt und logisch angeordnet. Je nach Art der Erörterung werden nur die eigene Position (lineare Erörterung) oder Pro- und Kontra-Argumente (dialektische Erörterung) behandelt. * **Schluss:** Der Schluss rundet die Argumentation ab. Er fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen, beantwortet die Ausgangsfrage und gibt oft einen Ausblick oder formuliert einen Appell. Es werden keine neuen Argumente eingeführt.

3. Lineare vs. Dialektische Erörterung

Man unterscheidet zwei grundlegende Formen der Erörterung, die je nach Fragestellung gewählt werden: * **Die lineare (steigernde) Erörterung:** Sie wird bei Entscheidungsfragen (z.B. "Warum sollte Unternehmen X in Nachhaltigkeit investieren?") verwendet. Man sammelt Argumente, die **eine** Position stützen, und ordnet sie nach ihrer Überzeugungskraft an – vom schwächsten zum stärksten Argument (Sanduhr-Prinzip umgekehrt). * **Die dialektische Erörterung:** Sie kommt bei kontroversen Fragestellungen zum Einsatz (z.B. "Sollte die 4-Tage-Woche flächendeckend eingeführt werden?"). Hier werden Argumente beider Seiten (Pro und Kontra) dargestellt. Eine gängige Methode ist das **Sanduhr-Prinzip**: Man beginnt mit den Argumenten der Gegenseite (vom stärksten zum schwächsten) und stellt dann die eigenen Argumente (vom schwächsten zum stärksten) dar, um mit der eigenen Position zu enden.

4. Die Qualität von Argumenten

Ein Argument besteht immer aus drei Teilen: **These (Behauptung)**, **Begründung** und **Beispiel/Beleg**. Um zu überzeugen, müssen Argumente stichhaltig sein. Man kann verschiedene Argumenttypen nutzen, um die eigene Position zu untermauern: | Argumenttyp | Beschreibung | |---|---| | **Faktenargument** | Basiert auf nachprüfbaren Zahlen, Daten und Fakten. Gilt als sehr überzeugend. | | **Autoritätsargument** | Berufung auf eine anerkannte Autorität (Experte, Studie, Institution). | | **Normatives Argument** | Stützt sich auf allgemein anerkannte Werte und Normen (z.B. Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit). | | **Analogisierendes Argument** | Zieht einen Vergleich zu einem ähnlichen, aber anderen Bereich. | | **Plausibilitätsargument** | Die Begründung ist für den Leser besonders nachvollziehbar und einleuchtend. |

Aufgabenstellung (5 Aufgaben)

  1. Bringe die folgenden Bausteine einer Erörterung in die korrekte logische Reihenfolge.
    • Interesse wecken und die zentrale Fragestellung formulieren.
    • Argumente mit Belegen und Beispielen entfalten.
    • Ein Fazit ziehen und die Ergebnisse zusammenfassen.
  2. Ordne jedem Argumenttyp die passende Beschreibung zu.
    • Faktenargument
    • Autoritätsargument
    • Normatives Argument
    • Analogisierendes Argument
  3. Ist diese Aussage richtig oder falsch?

    Beurteile folgende Aussage: "Bei einer linearen Erörterung werden die Argumente der Gegenseite ausführlich widerlegt, um die eigene Position zu stärken."

  4. Erläutere ein stichhaltiges Gegenargument zu dieser These. Stütze deine Begründung mit einem nachvollziehbaren Beispiel aus der Unternehmenspraxis.

    Die folgende These steht zur Debatte: "Homeoffice sollte in allen kaufmännischen Berufen zur Pflicht werden, um die Mitarbeiterzufriedenheit zu steigern."

  5. Beurteile, warum dieser Schlusssatz als schwach zu bewerten ist.

    Ein Schüler beendet seine Erörterung zur Frage, ob die Unternehmenssteuern gesenkt werden sollten, mit folgendem Satz: "Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es sowohl gute Gründe für als auch gegen eine Senkung der Unternehmenssteuern gibt. Außerdem ist auch die Einkommenssteuer ein sehr wichtiges Thema, das man diskutieren sollte."

    • Der Autor fasst die Argumente nicht zusammen, sondern wiederholt nur die Problemstellung.
    • Der Autor bezieht sich nicht auf die in der Einleitung gestellte Frage.
    • Der Autor kommt zu keinem eigenen, abgewogenen Urteil und führt ein komplett neues Thema ein.
    • Der Autor verwendet eine zu umgangssprachliche Formulierung für einen formalen Text.

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