Physik
3. Ausbildungsjahr
Anlagenmechaniker/-in SHK

Frische Luft im System: Physikalische Grundlagen der Lüftung

Arbeitsblatt zur Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung: Lüftungsstufen nach DIN 1946-6, Luftvolumenströme berechnen, Vor- und Nachteile gegenüber Fensterlüftung beurteilen.

Material-Details

6 Aufgaben
Inkl. Infoblatt
Inkl. Lösungen
Kostenlos PDF

Erstellt von: WorksheetAI Redaktion

Für meine Klasse anpassen

Direkt mit der Klasse teilen:

Weitere Materialien: Physik · 3. Ausbildungsjahr

Material-Vorschau & Interaktion

Inhalte des Arbeitsblatts

Übersicht aller Aufgaben und Lesetexte aus diesem Materialpaket.

Infoblatt / Fachtext

1. Grundlagen der Lüftungstechnik

Willkommen in der Welt der frischen Luft! Als angehende/r Anlagenmechaniker/-in SHK ist die Lüftungstechnik ein zentrales Thema. Es geht darum, für gute Luftqualität in Räumen zu sorgen, Feuchtigkeit abzuführen und ein angenehmes Klima zu schaffen. Dieses Infoblatt gibt dir die physikalischen Grundlagen, die du dafür brauchst.

2. Der Volumenstrom (V̇)

Der Volumenstrom ist die wichtigste Kenngröße in der Lüftungstechnik. Er beschreibt, wie viel Luftvolumen pro Zeiteinheit durch einen bestimmten Querschnitt (z.B. einen Lüftungskanal) strömt. Formel: V̇ = frac{ΔV}{Δt} * V̇**: Volumenstrom (in m³/s oder m³/h) * ΔV**: Volumen (in m³) * Δt**: Zeit (in s oder h) In der Praxis wird der Volumenstrom oft aus dem Kanalquerschnitt und der Strömungsgeschwindigkeit berechnet. Formel: V̇ = A * v * A**: Querschnittsfläche (in m²) * v**: Strömungsgeschwindigkeit (in m/s)

3. Das Kontinuitätsgesetz (Die Kanalkontinuität)

Stell dir vor, ein Lüftungskanal wird enger. Was passiert mit der Luft? Das Kontinuitätsgesetz für inkompressible Fluide (wie Luft bei niedrigen Geschwindigkeiten) besagt: Der Volumenstrom V̇ ist in einem geschlossenen System an jeder Stelle konstant. *V̇_1 = V̇_2** oder **A_1 * v_1 = A_2 * v_2** Das bedeutet:** Wenn die Querschnittsfläche **A** kleiner wird, muss die Strömungsgeschwindigkeit **v** zunehmen, damit der Volumenstrom gleich bleibt. Dieser Effekt ist entscheidend für die Auslegung von Lüftungskanälen.

4. Druckarten in Lüftungsanlagen

In einem Lüftungssystem wirken verschiedene Drücke, die vom Ventilator erzeugt werden, um die Luft zu bewegen. | Druckart | Symbol | Beschreibung | |---|---|---| | **Statischer Druck** | p_st | Der Druck, der senkrecht auf die Kanalwände wirkt. Er ist für die Überwindung von Widerständen (Filter, Bögen) verantwortlich. | | **Dynamischer Druck** | p_dyn | Die Energie, die durch die Bewegung der Luft entsteht (auch Staudruck genannt). Er hängt von der Geschwindigkeit ab. | | **Gesamtdruck** | p_ges | Die Summe aus statischem und dynamischem Druck. p_ges = p_st + p_dyn |

5. Das musst du wissen

* Der **Volumenstrom V̇** ist das Luftvolumen, das pro Zeit durch einen Querschnitt fließt. * Wird ein Kanal **enger**, **erhöht** sich die Strömungsgeschwindigkeit der Luft. * Der **Gesamtdruck** setzt sich aus dem **statischen Druck** (überwindet Widerstände) und dem **dynamischen Druck** (Bewegungsenergie) zusammen. * Zentrale Lüftungsanlagen** versorgen ein ganzes Gebäude von einem Ort aus, während **dezentrale Anlagen** einzelne Räume versorgen.

Aufgabenstellung (6 Aufgaben)

  1. Der Volumenstrom V̇ gibt an, welches ___ in einer bestimmten ___ durch einen Querschnitt strömt.
  2. In einem Lüftungskanal mit konstantem Volumenstrom führt eine Verdopplung der Strömungsgeschwindigkeit zu einer Halbierung der Querschnittsfläche.
  3. Berechnen Sie den Volumenstrom V̇ in der Einheit m³/h. Geben Sie Ihren Rechenweg an.

    In einem Bürogebäude wird ein eckiger Lüftungskanal mit den folgenden Maßen installiert: | Größe | Wert | |---|---| | Kanalbreite a | 50 cm | | Kanalhöhe b | 30 cm | | Strömungsgeschwindigkeit v | 2,5 m/s |

  4. Welche Druckart in einer Lüftungsanlage ist primär dafür verantwortlich, den Widerstand von Bauteilen wie Filtern, Klappen und Formstücken zu überwinden?
  5. Erläutern Sie den grundlegenden Unterschied zwischen einer zentralen und einer dezentralen Lüftungsanlage und nennen Sie für jede Art ein typisches Einsatzgebiet.
  6. Beurteilen Sie zwei mögliche technische Ursachen für die Zugerscheinungen trotz korrektem Volumenstrom. Begründen Sie Ihre Auswahl fachlich.

    Ein Kunde beschwert sich über unangenehme Zugluft in seinem neu eingerichteten Büro. Als Anlagenmechaniker stellen Sie fest, dass der gemessene Volumenstrom exakt den Planungswerten entspricht. Die Temperatur der Zuluft ist ebenfalls korrekt.

Ähnliche Materialien in Physik

Alle anzeigen (3. Ausbildungsjahr) →