Sonstiges
1. Ausbildungsjahr

Grundlagen des Dachdeckerhandwerks

Dachdecker

Material-Details

6 Aufgaben
Inkl. Infoblatt
Inkl. Lösungen
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Erstellt von: Yves Möller

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Inhalte des Arbeitsblatts

Übersicht aller Aufgaben und Lesetexte aus diesem Materialpaket.

Infoblatt / Fachtext

1. Grundlagen des Dachdeckerhandwerks: Eine Einführung

Willkommen im Dachdeckerhandwerk! Dieser Beruf ist einer der ältesten und wichtigsten im Baugewerbe. Als Dachdecker schützt du Gebäude vor Witterungseinflüssen, sorgst für eine gute Wärmedämmung und gestaltest das Erscheinungsbild von Häusern maßgeblich mit. Deine Arbeit ist anspruchsvoll, erfordert handwerkliches Geschick, technisches Verständnis und vor allem ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein. In diesem Infoblatt lernst du die ersten wichtigen Grundlagen für deinen Start in die Ausbildung.

2. Arbeitssicherheit auf dem Dach

Deine Sicherheit hat oberste Priorität. Die Arbeit in der Höhe birgt besondere Gefahren. Daher sind die Unfallverhütungsvorschriften (UVV) der Berufsgenossenschaft Bau (BG BAU) strikt einzuhalten. **Persönliche Schutzausrüstung (PSA):** Dazu gehören Sicherheitsschuhe mit rutschfester Sohle (Klasse S3), ein Schutzhelm, Arbeitshandschuhe und bei bestimmten Arbeiten auch Gehör- und Augenschutz. **Absturzsicherungen:** Ab einer Absturzhöhe von 2 Metern sind Sicherungsmaßnahmen zwingend vorgeschrieben. Dies können Seitenschutz (Gerüst), Fangnetze oder die Verwendung von Anseilschutz (PSAgA - Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz) sein. **Leitern und Gerüste:** Vor jeder Benutzung müssen Leitern und Gerüste auf ihren sicheren Zustand überprüft werden. Sie müssen auf festem Untergrund stehen und gegen Wegrutschen gesichert sein.

3. Aufbau eines Steildachs

Ein Steildach besteht aus mehreren Schichten, die zusammen die Dachkonstruktion bilden. Jede Schicht hat eine spezifische Funktion. Der typische Aufbau von innen nach außen ist: **Dachstuhl (Sparren):** Das tragende Gerüst des Daches, meist aus Holz. **Dämmung:** Die Schicht zwischen den Sparren, die vor Wärmeverlust im Winter und Überhitzung im Sommer schützt (z.B. aus Mineralwolle oder Holzfaser). **Unterspannbahn/Unterdeckbahn:** Eine wasserdichte, aber diffusionsoffene Folie, die auf den Sparren befestigt wird. Sie schützt die Dämmung vor Feuchtigkeit, die eventuell durch die Dacheindeckung dringt. **Konterlattung:** Latten, die senkrecht auf den Sparren genagelt werden. Sie schaffen einen Belüftungsraum zwischen Unterdeckbahn und Dacheindeckung. **Traglattung:** Latten, die waagerecht auf der Konterlattung befestigt werden. Auf ihnen werden die Dachziegel oder Dachsteine eingehängt. **Dacheindeckung:** Die äußerste, wetterfeste Schicht des Daches (z.B. Ziegel, Dachsteine, Schiefer).

4. Wichtige Werkzeuge und Materialien

Für die tägliche Arbeit benötigst du Spezialwerkzeuge und musst die wichtigsten Materialien kennen. | Werkzeug | Funktion | |---|---| | Schieferhammer | Dient zum Behauen und Lochen von Schieferplatten. | | Ziegelkneifzange | Wird zum Brechen und Knabbern von Dachziegeln verwendet, um Passstücke herzustellen. | | Latt-Tacker | Ein Spezialwerkzeug zum schnellen Befestigen der Dachlatten. | Die gängigsten Materialien für die Dacheindeckung sind: **Dachziegel:** Werden aus Ton gebrannt. Sie sind ein klassisches, langlebiges Material. **Dachsteine:** Bestehen aus Beton (Zement, Sand und Wasser). Sie sind oft kostengünstiger als Tonziegel. **Schiefer:** Ein Naturstein, der in dünne Platten gespalten wird. Er ist besonders langlebig und optisch ansprechend.

5. Schlüsselbegriffe

**Traufe:** Die untere Kante des Daches, an der die Dachrinne montiert ist. **First:** Die oberste, waagerechte Kante des Daches, an der sich zwei Dachflächen treffen. **Ortgang:** Der seitliche Abschluss der Dachfläche am Giebel. **Dachneigung:** Der Winkel, den die Dachfläche zur Waagerechten bildet. Sie wird in Grad (°) oder Prozent (%) angegeben und ist entscheidend für die Wahl der Dacheindeckung.

6. Das musst du wissen

* Sicherheit geht immer vor! Kontrolliere deine PSA und die Absturzsicherung vor jedem Einsatz. * Der korrekte Schichtaufbau eines Daches ist entscheidend für dessen Funktion und Langlebigkeit. * Jedes Material und jedes Werkzeug hat seinen spezifischen Einsatzzweck. * Die Fachbegriffe wie Traufe, First und Ortgang sind die Grundlage für die Kommunikation auf der Baustelle. * Die Dachneigung bestimmt, welches Deckungsmaterial verwendet werden darf.

Aufgabenstellung (6 Aufgaben)

  1. Entscheide, ob folgende Aussage richtig oder falsch ist: Eine Absturzsicherung ist laut Unfallverhütungsvorschriften erst ab einer Arbeitshöhe von 5 Metern zwingend erforderlich.
  2. Die unterste Kante eines Daches, an der die Dachrinne befestigt wird, nennt man ___. Die oberste, waagerechte Kante heißt hingegen ___.
  3. Ordne jedem Werkzeug die passende Funktion zu.
    • Schieferhammer
    • Ziegelkneifzange
    • Latt-Tacker
  4. Erläutere den wesentlichen Unterschied zwischen Dachziegeln und Dachsteinen in Bezug auf ihr Material und ihre Herstellung.
  5. Welche der folgenden Maßnahmen beschreibt die korrekte erste Konsequenz aus dieser Feststellung?

    Ein Kunde beschwert sich über Feuchtigkeit im Dachgeschoss. Bei der Überprüfung stellst du fest, dass die Unterdeckbahn beschädigt ist, obwohl die Dacheindeckung selbst intakt erscheint.

    • Die Dacheindeckung muss in dem betroffenen Bereich abgedeckt werden, um die darunterliegende Unterdeckbahn fachgerecht zu reparieren.
    • Es genügt, die Dacheindeckung von außen mit Silikon abzudichten, um das Eindringen von Wasser zu verhindern.
    • Die Dämmung muss sofort komplett entfernt und getrocknet werden, die Unterdeckbahn kann später repariert werden.
    • Der Kunde sollte informiert werden, dass dies ein normaler Verschleiß ist und keine Maßnahme erforderlich ist.
  6. Berechne die Gesamtzahl der Dachsteine, die für diese Fläche benötigt werden. Gib deinen Rechenweg an.

    Du sollst eine rechteckige Dachfläche eindecken. Die Fläche ist 8 Meter lang und hat eine Sparrenlänge von 5 Metern. Für die gewählten Dachsteine (Typ Frankfurter Pfanne) wird ein Materialbedarf von 10 Stück pro Quadratmeter veranschlagt.

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