Inhalte des Arbeitsblatts
Übersicht aller Aufgaben und Lesetexte aus diesem Materialpaket.
Infoblatt / Fachtext
1. Der „emil“-Bus aus Braunschweig – Eine Pionierleistung
Der **„emil“-Bus** stand für „**Elektromobilität mittels induktiver Ladung**“. Das Projekt startete offiziell am 27. März 2014 in Braunschweig und war eine Sensation: Es war der erste rein elektrisch betriebene Linienbus in Deutschland mit kabelloser Schnellladung im normalen Fahrgastbetrieb. Das Besondere war das **Laden ohne Kabel**: Im Boden der Haltestellen lagen Induktionsplatten, über die der Bus kabellos Energie (ca. 200 kW Ladeleistung) aufnahm, während Fahrgäste ein- und ausstiegen. Dies funktionierte ähnlich wie das kabellose Laden von Smartphones, jedoch mit deutlich höherer Leistung.
2. Technologie, Vorteile und Herausforderungen
Die verwendete Technik hieß **„PRIMOVE“** und wurde von **Bombardier** entwickelt. Der Ablauf war einfach: Bus hält, Ladepad im Bus richtet sich über Bodenpad aus, Magnetfelder übertragen Strom, Batterie lädt kontaktlos. Vorteile des Systems waren: keine Kabel, keine störenden Oberleitungen im Stadtbild, schneller Betrieb und weniger Verschleiß. Der emil-Bus galt international als **Zukunftsprojekt** und Testlabor für E-Mobilität. Es gab jedoch auch Herausforderungen wie **hohe Kosten** für die spezielle Infrastruktur und die Komplexität der damals neuen Technik. Auch zogen sich später einige Industriepartner zurück.
3. EMIL heute und Ausblick
Obwohl heute viele Städte eher auf klassische Batteriebusse mit Kabel-Schnellladung setzen, war der emil-Bus ein wichtiger Vorreiter. Viele daraus entstandene Ideen werden weiterhin genutzt. Später entstanden mit **„emilia“** auch Schwesterprojekte mit elektrischen VW e-Golfs, die ebenfalls induktive Ladetechnik nutzten. Heute ist **„EMIL“** auch als Name für moderne **On-Demand-Shuttles** im Rheingau-Taunus-Kreis bekannt. Diese Fahrzeuge fahren auf Abruf, werden per App bestellt und bedienen virtuelle Haltestellen. Hier steht EMIL für „**ElektroMobIL**“ und stellt eine Mischung aus Bus und Taxi im öffentlichen Nahverkehr dar.
Aufgabenstellung (7 Aufgaben)
- Wofür stand die Abkürzung „emil“ im Braunschweiger Projekt?
- Elektromobilität in Leitungen
- Effiziente Mobilität induktiver Ladung
- Elektromobilität mittels induktiver Ladung
- Energie mobil induktiver Laden
- Der emil-Bus in Braunschweig war der erste rein elektrisch betriebene Linienbus in Deutschland, der kabellose Schnellladung im normalen Fahrgastbetrieb nutzte.
- Beschreibe in eigenen Worten, wie das induktive Laden des emil-Busses an den Haltestellen funktionierte. Nenne dabei mindestens zwei Schlüsselkomponenten.
- Das induktive Ladesystem, das beim emil-Bus verwendet wurde, hieß „___“ und wurde von „___“ entwickelt.
- Welches der folgenden war *kein* genannter Vorteil des emil-Systems?
- Umweltfreundlich
- Effizient
- Keine Oberleitungen
- Sehr geringe Anschaffungskosten
- Erläutere den Hauptunterschied zwischen dem ursprünglichen „emil“-Bus aus Braunschweig und den modernen „EMIL“-Shuttles in Hessen.
- Der Name „emil“ wurde bewusst kleingeschrieben, um modern und technisch zu wirken.